Druckschrift 
2 (1873)
Seite
132
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Schleinitz sprach mit mir wegen der Annahme einer Stelle-am Conservatorium, gab mir auch zu gleichem Zweckeinen Brief an den Minister von Falkenstein in Dresden;ich konnte natürlich, unvorbereitet wie mir die Idee kam,nur antworten, wir würden seiner Zeit darüber sprechen. Ein Herr Preusser, der statt des kürzlich verstorbenenF. Kistner Concertdirector ist, hat als Vormund von K.'sTochter bestimmt, dass die Musikhandlung nicht verkauftwerde, und hat alle dabei betheiligten Künstler auchmich ersucht, unsere Beziehungen aufrecht zu erhalten.Es soll ein sehr blühendes Geschäft sein.

Abends nach dem Concert. Erst jetzt kann ich fort-fahren. Erst kamen Leute zu mir, dann machte ich musi-kalische Besuche, probirte mein Trio mit David und Witt-mann bei Härtel, hörte Bach's herrliche Motette (G-moll s/ 4 ),ass bei David mit Gade, Hauptmann und Joachim undmachte Toilette für's Gewandhaus-Concert. Saal übervoll.

Mendelssohn's fünfundneunzigster Psalm herrlich.

Ouvertüre zu Gluck's Iphigenie.

C-moll-Symphonie Beethoven, vortrefflich mit Piano's.

Miss Lincoln, die Verwandte von Dilke's, sang zweiMal brav.

Mein G - moll - Concert sehr gut begleitet und aufge-nommen.

Nach dem Concert bei -David mit Gade, Schleinitzu. A....."

Das Tagebuch sagt am 2. Januar:Besuche der Musi-ker empfangen und ihnen vorgespielt. Um 2 Uhr nachDresden, Abends in Döhler's Concert. Er spielte alte"Sachen mit Ausnahme einer hübschen Ballade in H - dur.Piatti vortrefflich, Wieck, Reissiger, Fürstenau u. A. ge-troffen. Thee bei Kaskels, später zu Hiller."

3. Januar.Interessante Besuche gemacht und em-pfangen, u. A. Mme. Schröder-Devrient, Wagner, R. Schu-mann. Um 2 Uhr zurück nach Leipzig. Concert-Anstaltenfür den 7. d. M. In der Kammermusik mein Trio gespieltmit Wittmann und David. Alle andern Stücke mit An-dacht angehört und aufgefasst."