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2 (1873)
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Gleich im Herbst wurden die Singvereins - Uebungenmit gewohntem Eifer wieder aufgenommen und durch denWinter hin fortgesetzt. Auch die musikalischen Sonn-abende beginnen von Neuem, diesmal abwechselnd imBenedict'schen und Moscheles'schen Hause. Die Frauschreibt darüber:Ich kann Euch diese Abende nicht ge-nug rühmen, sie bieten die echtesten Kunstgenüsse bei gros-ser Einfachheit; kein Wunder, dass Alles heiter und auf-geräumt ist und gern zum Beschluss ein Tänzchen macht,wozu Moscheies meist spielt [und Benedict die Figuren inQuadrille und Cotillon angiebt."

Und hier, wo wir, wie so oft schon, von seiner Hei-terkeit , seiner Zufriedenheit hören, drängt sich wohl mitRecht die Frage auf: War denn dies Leben ein durch-aus glückliches, ungetrübtes? Hatte diese Familie vorallen andern [das Vorrecht in ihren Unternehmungen, inihren Gliedern gesegnet zu sein? O nein, der Wer-muthstropfen, der bei allen Sterblichen in den Lebens-becher träufelt, hatte auch hier seine Bitterkeit; aberMoscheies' glückliches Naturell überwand diese rasch rund hielt sich an die Süssigkeiten, welche Kunst undBeruf ihm boten. Es drängte sich wohl eine Thräne insein Auge,' er loderte wohl in Zorn gegen Ungerechtig-keit auf, aber bald trat Erschöpfung ein, er konnteruhen, wenn auch nicht schlafen, und stand nach schwe-ren Momenten gestärkt und stille geworden von seinemSopha auf, kannte keine durchwachten Nächte, kein Grü-beln über Unvermeidliches. Seine Frau pflegte er in schwe-ren Momenten durch die Allgewalt seiner Liebe, durchsein Motto:Wie Gott will"! zu beruhigen.

1842.

Am i. Januar schreibt Moscheies in sein Tagebuch:Glücklich und zufrieden beginne ich dies Jahr im Kreisemeiner Frau und unserer vier Kinder und sehe mit Zu-