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bald vergriffen und dem Vater wird geschrieben, „dassdie Presse viel Lob spendet", „ja", sagt die Frau, „es wirdMoscheies ernstlich gerathen, doch baldmöglichst nochetwas Musikalisches zu schreiben." Der Rath musste aberwegen Mangels an Zeit — vielleicht auch an Lust — un-beachtet bleiben.
Unter den vielen Schülern der letzten Jahre erscheintunausgesetzt ein Original Mr. B.: „Die Riesengestaltwollte Riesenwerke schaffen und Ideen sollten unter derLockenperücke hervorsprudeln. Er bringt mir einen neu-gebackenen Psalm, eine Motette, ein Lied in die Lectionund ich corrigire, indem ich ein weisses Blatt nehme,seinen oft eigenen Text in Musik setze und ihn dannfrage: „Is not that what you meant to express?" (Ist dasnicht, was Sie sagen wollen?), worauf er stets mit: „Ohyes and just so" antwortet. Kürzlich kam er mit einerganz neuen Marotte. Spohr, Mendelssohn und ich sollenihm Jeder einen Psalm mit Orchester schreiben und erzahlt £ 20 per Stück." Mendelssohn wählte den dreizehn-ten, Moscheies den dreiundneunzigsten, und Mr. B.lässt sie mit äusserster Sorgfalt ausstatten. „Kein Papierist ihm fein, kein Stecher gut genug'-', klagt die Frau ineinem Brief; „und so plagt er meinen armen Mann be-ständig mit dieser Auflage, während dieser gerade mitder zweiten Auflage seiner „Anticipations of Scotland"beschäftigt, schon genug mit seinem Stecher zu con-feriren hat. Gestern entliefen wir aber unserem B. undvergassen ihn und seine Kleinlichkeiten bald, denn wirsahen die Rachel in den „Horaces". Wie edel, wie grossist sie in Sprache, Erscheinung und Bewegung; sie flösstmir Ehrfurcht ein, und indem ich über sie schreibe, fühleich die Geringfügigkeit meines Lobes diesem Genie gegen-über. Besonders merkwürdig blieb mir ihr Steigerungs-talent, gewiss eines der wichtigsten Momente in jederKunstleistung und doch oft darin vermisst. Erst steht sieeiner Bildsäule gleich, an einen Pfeiler gelehnt und manhat Zeit, ihr Profil — seine classische Ruhe und den Fal-tenwurf des Costüms zu bewundern; dann als sie die