sie und die Variations serieuses wieder und immer wieder,jedesmal geniesse ich ihre Schönheiten auf's Neue." Alsdankbare Erwiderung dieser Sendung schreibt Moscheiesihm seine beiden neuen Etüden F-dur und D-moll abund sagt: „E r wird sie eben so gut vom Blatt lesen wieLiszt."
Die Freunde verlangten gegenseitige, aufrichtige Be-.urtheilung solcher zugesandten Werke und erhielten sieungeschminkt. Auch wurden Mendelssohn von Mann oderFrau die musikalischen Vorgänge Englands mitgetheilt,besonders die auf ihn bezüglichen. Unter Anderm hattedie Frau ihm von fatalen Vergleichen geschrieben, welcheeine stets geschäftige Presse zwischen ihm . und Spohrangestellt hatte, und er erwidert am 14. März 1841:
„Das Einzige, was mir in Ihrem einzig lieben Briefleid thut, ist, dass Sie an der sonderbaren Vergleichungund an den Hahnenkämpfen Antheil genommen haben,die, mir unbegreiflicher und sehr bedauerlicher Weise, inEngland zwischen Spohr und mir angefangen worden sind,während mir wirklich nicht die geringste Idee zu einersolchen Concurrenz und Vergleichung in den Sinn gekom-men ist. Sie werden lachen oder zürnen, dass ich aufeinen so scherzhaften Streit, so ernsthaft antworte, aber esliegt etwas Ernsthaftes da zum Grunde, und durch diesefortgesetzte Concurrenz, die, Gott weiss wer aufgebrachthat, geschieht nicht Einem von Beiden ein Gefallen, sondernjedem ein Schaden, wie ich glaube; abgesehen, dass ichbei einem Meister aus Spohr's Zeit, von Spohr's Bewährt-heit, niemals als Gegenmann auftreten kann und mag;dazu hab' ich vor seinem Wesen und seiner Person vonjeher und schon als Knabe viel zu viel Resp'ect gehabt,der sich mit reiferer Einsicht um nichts vermindert hat.— Verzeihen Sie mir wie gesagt, den langweiligen Tonauf einen so liebenswürdigen Brief, aber mir fällt allesdas unwillkürlich ein, wenn ich an den widerwärtigen T.denke, und an das ganze Wesen, das er treibt....."
Die so eben erschienene biographische Skizze „DasLeben Beethoven's" fand Beifall; die erste Auflage war
Moscheies' Leben. II. ' (,