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2 (1873)
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über die Backen, das war die rein deutsche gesunde Em-pfindung ohne süsslich italienische Sentimentalität. Jetzthöre ich ihn oft, denn zu unserer grossen Freude kommter viel in's Haus und bereitet uns und unseren Freundendie angenehmsten Stunden. Aber Gutes oder Schlechtes,Mittelmässiges oder Ausgezeichnetes, immer bleibt dieMusik das Element, in dem wir leben und immer bewahr-heitet sich das Kinderlied:And he shall have musicwherever he goes." /

Wir ziehen als Beleg dieser Aeusserung so mancheNotiz aus dem Tagebuche und finden die gewöhnlichenmusical dinners, bei denen Moscheies fungirte oder zu-hörte, die erste Aufführung von Haydn's Jahreszeiten, vonEd. Taylor in's Englische übersetzt,zu profan", wie Mo-scheies sagt,und auch die Ausführung nicht edel genug."Dahingegen der Judas Maccabaeus und Jephtha in Exe-ter-Hallein Trost und eine Stärkung für den armenMusiker, der sogar einen Psalm mitanhören musste; einenPsalm, den Niemand loben konnte und doch nicht tadelndurfte." Wir finden auch eine grosse Anzahl von Soireenverzeichnet: beim Herzog von Cambridge, dem Marquisvon Lansdowne und andern Fashionables, wo Musik ge-macht , aber wenig verstanden wird. Desto ernsterstudirte der von Benedict und Moscheies neugegründeteSingverein. Er hielt allwöchentlich Zusammenkünfte ab,um gute alte und neue Musik zu üben; die Damen desVereins zeigten Eifer und Ausdauer darin, indem sie gerndie alten klösterlichen Psalmen der italienischen Schule,und Mendelssohn's Motetten für das Kloster Trinitä delMonte übten; der männliche Theil des Vereins war schwachvertreten und belegte wieder die unbestreitbare Wahrheit,dass die Männer Englands der Musik eher abhold als er-geben sind.

Mendelssohn fehlte all' überall, aber der Verkehrzwischen ihm und Moscheies blieb ein reger und Mosche-les schreibt in einem Briefe:Es ist eine Erquickung fürGeist und Herz, dass ich die Correctur des vierten Hef-tesLieder ohne Worte" zu machen habe. Ich spiele