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2 (1873)
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er die Saison in London, spielte viel und errang sichgrossen Beifall, ohne dass es ihm gelungen wäre, dieenglische Nation ebenso stürmisch mit sich fortzureissen,wie ihm dies der französischen und deutschen gegenübergeglückt war. Die Rundreise durch die Provinzen, welcheder Musikhändler Lavenu mit Liszt unternahm, und aufwelcher der grosse Pianist allein täglich die Concerte fül-len sollte, gelang nicht. So kam Lavenu mit leerer Cassenach London zurück und Liszt war so grossmüthig, ihmsein ganzes Honorar zu erlassen,und erzählte mir diesscherzend", sagt Moscheies,indem er ihn einen pauvrediable nannte." Liszt spielte in dieser Saison viele seinerultra brillantesten, unerhört schwierigen Stücke. Einpaar Mal Hessen er und Moscheies sich zusammen in denPreciosa-Variationen hören, wobei das Tagebuch bemerkt:Es war mir, als sässen wir zusammen auf dem Pegasus."Und als Moscheies ihm seine soeben beendeten F-dur- undD - moll - Etüden zeigte, die er für Mechetti's Beethoven-Album geschrieben hatte, spielte Liszt sie, trotz ihrer colos-salen Schwierigkeiten vortrefflich vom Blatt. Er kam viel,oft unaufgefordert in's Moscheles'sche Haus und es wareninteressante Stunden, die man seiner Kunst und seinergeistreichen, oft sprudelnden Unterhaltung verdankte. Er-zählte er:j'ai joue un duo avec Cramer, j'etais le Cham-pignon empoisonne et j'avais ä cöte de moi mon antidotele lait", so lachte man: doch gab es auch ernste Gesprächeund in Folge eines derselben über weibliche Erziehungüberreichte er der Frau das Werk der Mme. Necker deSaussure mit dem Bedeuten: das sei ein herrliches Buch,es werde alle ihre Zweifel lösen.

Die Frau schreibt demnächst:Liszt hat Moscheiesden schönsten Stock mit Goldknopf von herrlich getrie-bener Arbeit geschenkt. Jetzt ist er auf kurze Zeit nachBrüssel und desto besser für ihn, denn wem kann es beidieser Kälte gut gehen? Zugwind und Schnupfen giebtsumsonst, schliessende Thüren um keinen Preis....."

Ein andermal heisst es:

Wie interessant, wie vielbegabt ist die Familie Kemble;