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vollständig gewesen, wäre mir nicht Dein Brief vom 10.zugleich übergeben worden. Meine gute Mutter habe ichbeim Empfang und der Umarmung viel stärker und ge-fasster gefunden, als ich erwartet hatte — es kommt mirvor, als werde sie nur älter, um seelenstärker und liebens-würdiger zu werden. Sie ist wohl bis auf ein wenig Husten,den sie in dieser Jahreszeit gewöhnlich hat. So wie ihreBlicke auf mir ruhen und mir ihr Lächeln, ihre Lebendig-keit Balsam sind, so gewährt mir Alles doppelten Genuss,wenn ich ihr von Dir erzählen muss, wenn sie mir ihreLiebe und Verehrung für Dich zu erkennen giebt. Sieläuft durch vier aneinander stossende Zimmer, um Allesfür meinen Comfort zu bereiten..... Nun noch nach-träglich über Leipzig und die Reise hieher. Bei der Feteim Gewandhaus, die mir Mendelssohn gab, waren 300von ihm geladene Zuhörer, die zu den beiden Seiten derdrei Härtel'schen Claviere sassen, der Saal herrlich be-leuchtet , das Orchester voll, der Chor 140 stark. Es warschön zu sehen, wie Mendelssohn und seine anmuthige-Frau vor Anfang der Musik den Gästen die Honneursmachten, wie sie bei den in der Pause gereichten Er-frischungen für Alle sorgten. Hier das Programm:
Erster Theil.Die zwei Leonoren-Ouvertüren, mit Eifer und Begeisterung vorgetragen.Mendelssohn's 42. Psalm. Ein herrliches "Werk, die Soli von Mme. Frege
vortrefflich gesungen.Hommage ä Händel, von Felix und mir, "brüderlich begeistert.
Zweiter Theil.Hebriden-Ouvertüre.Mein G-moll-Concert.
Mit Felix' Direction des Orchesters ging Alles vor-trefflich , es misslang Nichts, ich spielte begeistert, Chor-ley behauptet, besser als jemals zuvor. Der Beifall rau-schend. S. Bach's Triple - Concert von Mme. Schumann,Felix und mir — wie, kannst Du denken. Zum Schlussnoch Etüden von mir.
Ich werde dringend gebeten, über Leipzig zurückzu-