— 45 —
in musikalischen Kreisen wiederholen mussten, so dassman sie zuletzt nur „la sonate" nannte. Kurz darauf wirdMoscheies unter der Hand die Frage gestellt, ob ihn derKönig durch die legion d'honneur oder ein anderes Zei-chen seiner Huld für das Spielen in St. Cloud belohnensolle? Er zieht irgend Etwas dem oft vergebenen Ordenvor, und bekommt eine kostbare Reise - Chatulle, worin„donne par le Roi Louis Philippe" gravirt ist.
Nach dem interessanten Pariser Aufenthalt, der sichbis spät in den November hinein ausspinnt, giebt es fürdie Familie eine gemüthliche und freudebringende Zeitin London, weil man sich selbst und einigen Hausfreundenlebt. Sonnabends wird wieder Kammermusik gemacht. Erarbeitet an der „Methode des methodes", die er mit Fetisherausgeben will; die Lieder „Mit Gott" und „Liebeslau-schen" entstehen: „Es müssen leider auch ein paar Mode-artikel geliefert werden", seufzt das Tagebuch. Als Ant-wort auf die Frage, ob fortgesetzte Ciavierstudien untereinem Lehrer heilsam seien, wenn ein gewisser Grad vonAusbildung erreicht ist, sagt Moscheles: „Wer viel Gutesgehört und studirt hat, der sollte keines Lehrers bedürfen,um seinen Fleiss anzustacheln. Er sollte eingedenk dergrossen Vorbilder muthig fortarbeiten, um das Grösstezu erreichen, viel mit Begleitung spielen, immer mehr undmehr Meisterwerke kennen lernen und mit Ernst in ihreSchönheiten eindringen: so wird die schon erlangte Tech-nik sich über den gewöhnlichen Dilettantismus erheben"..
Die Leiter der Philharmonischen Concerte beschliessenin einer Versammlung, dem Unfug ein grosses Auditoriumzu den Proben einzulassen, endlich zu steuern; „dochgab es eine heftige Debatte", sagt Moscheies im Tage-buch, „ehe wir es durchsetzten."
Ueber den Salomon von Händel heisst es: „Das herr-liche Werk konnte durch die zu tief stehende Orgel nichtverdorben werden, obwohl jeder neue Einsatz des Orche-sters peinlich war. Clara Novello, Philipps und die andernSänger waren vortrefflich". — Immer finden wir Mendels-sohn als Schöpfer neuer Freuden. Die Frau hat einmal