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2 (1873)
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Schmeichelei versichern, dass er zu den Wenigen gehöre,die noch lebend schon Unsterblichkeit gefunden hätten.Bei Herz musste ich den neuen Concertsaal und die In-strumente seiner Fabrik bewundern. Peter Pixis war wieimmer der alte treue Freund, Franck der gediegeneDeutsche, Heine das genie par excellence. Meinen armen ~"~1Lafont sah ich nur im Sarge, als man in der Kirche St.Roch das Todtenamt für ihn hielt. Die Musik war vonCherubini, aber ohne Orgelbegleitung, was mir eine Lückezurückliess. So wie Lafont früher mit mir gereist war,um Concerte zu geben, so hatte er es jetzt mit Herzthun wollen. Leider brach die Diligence zusammen undder Unglückliche, der hoch oben auf dem Dache sass,ward durch den jähen Fall getödtet. Herz entkamglücklich".

Die Bekanntschaft des Schriftstellers Aimemartin ge-währt uns besondere Freude. Sein Werksur l'educa-tion du genre humain par les meres de famille" war unslängst bekannt und wir fanden es ebenso angenehm be-lehrend, wie den Autor selbst in seiner Unterhaltung.Cremieux ist es auch, aber in andrer Weise. Als Advo-kat spricht er leicht und schön', als Mensch ist er geist-reich, Kunst und Künstler liebend und sieht diese hierwie in Lyon, wo er früher lebte in seinem Hause, dasdurch seine liebenswürdige Frau doppelten Reiz hat. DieRachel nennt er seine Adoptivtochter, obgleich ihre Elternnoch leben. Die Arme erholt sich eben von einer schwe-ren Krankheit und wir Armen werden sie daher nicht zusehn bekommen. Mein gestriges garcon-diner bei Meyer-beer war sehr interessant. Halevy, Duponchel, Duprez,Habeneck und der Münchener Intendant Hofrath Küstnerwaren dort. Habeneck und ich unterhielten uns bei Tischeüber die Concerts du Conservatoire und unsre Philharmo-nischen , wie sich zwei Minister verschiedener Staaten zuunterhalten pflegen. Von mir wollte er etwas für Orche-ster haben, um es im Januar zu probiren; ich hatte nichtsmit, musste ihm aber versprechen, ihm meine Ouvertürezur Jungfrau von Orleans zu schicken. Auf morgen hat