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Chopin selbst seine Manuscript-Sonate in B-moll mit demTrauermarsch." Am selben Abend findet wieder eine musi-kalische Soiree statt, so wie auch am Vorabend eine warund am folgenden Abend eine sein wird, und Mosche-les spielt sein eignes Trio und Mendelssohn's D-moll-Con-cert, das zu seinem Aerger „schlecht verstanden Avird",Beethoven, Weber, eigne Etüden, seine irländische Fan-tasie und Mozarts Fuge in F-moll mit Cramer, der zurZeit in Paris lebt; nie aber darf bei diesen musikalischenZusammenkünften die vierhändige Es-dur-Sonate von Mo-scheies fehlen. Stephen Heller nennt das Tagebuch „einen•interessanten jungen Künstler und lieben Menschen", „Ber-tini's Etüden ausgezeichnet in der Technik, aber gedehntin der- Form." — „Thalberg ist hier und wird nach über-vollen Concerten ebenso gelobt wie getadelt. Wenn abereiner der weisen Recensenten so weit geht, ihn mit VanAmburgh dem Thierbändiger zu vergleichen, so kann erwohl dazu lachen". — Ein Brief von Moscheies sagt: „Ichhabe nun meine grosse Künstler-Tournee beendet, und da-bei die verschiedenartigsten Eindrücke gehabt. Berlioz,auf den ich sehr begierig war, zeigte sich kalt und theil-nahmlos. Auf dem Tisch lag seine kalligraphisch elegantePartitur von Romeo und Julie. Ich blätterte darin, abersie ist so complicirt und der Lärm, den ich schon beimAnsehn hörte, so überwältigend, dass ich mir noch keinUrtheil darüber zutraue. Nur so viel steht fest, dass neueEffecte darin sein müssen. Bei Auber, der mich äusserstfreundlich empfing, sah ich mit grossem Interesse daspiano quarre, an dem er seine Opern componirt hat. Aberauch seinen Erard'schen Flügel musste ich probiren, ihmund dem hinzugekommenen Zimmermann, professeur duconservatoire sogar viel vorspielen. Cherubini, sonst ebennicht leutselig, war äusserst freundlich. Wir blieben eineganze Stunde in Kunstgesprächen vertieft. Er sagte, dasser ausser der Direction "des Conservatoire gar nichts mehrmit Musik zu thun habe; er schreibe keine Note mehr,sei nicht stark genug, um musikalische Eindrücke zu ertra-gen und zu geniessen. Ich glaube, ich durfte ihm ohne