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2 (1873)
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und dort wurde ich zuerst mit Chopin bekannt, der ebenvom Lande zurückgekehrt war; ich konnte es kaum er-warten. Sein Aussehen ist ganz mit seiner Musik identi-ficirt, beide zart und schwärmerisch. Er spielte mir aufmein Bitten vor, und jetzt.erst verstehe ich seine Musik,erkläre mir auch die Schwärmerei der Damenwelt. Seinad libitum-Spielen, das bei den Interpreten seiner Musikin Tactlosigkeit ausartet, ist bei ihm nur die liebenswür-digste Originalität des Vortrags; die dilettantisch hartenModulationen, über die ich nicht hinwegkomme, wenn ichseine Sachen spiele, choquiren mich nicht mehr, weil ermit seinen zarten Fingern elfenartig leicht darüber hin-gleitet ; sein Piano ist so hingehaucht, dass er keineskräftigen Forte bedarf, um die gewünschten Contrastehervorzubringen; so vermisst man nicht die orchesterarti-gen Effecte, welche die deutsche Schule von einem Cla-~~'vierspieler verlangt, sondern lässt sich hinreissen, wie voneinem Sänger, der wenig bekümmert um die Begleitungganz seinem Gefühl folgt; genug, er ist ein Unicum in _jder Clavierspielerwelt. Er behauptet, meine Musik sehrzu lieben und jedenfalls kennt er sie genau. Er spieltemir Etüden und sein neuestes WerkPräludien", ich ihmviele meiner Sachen vor." "Wer hätte aber geglaubt, dassChopin bei seiner Sentimentalität auch eine komische Aderbesässe? Und doch finden wir in den wiederholten Tage-buchsnotizen über das Spielen und Wiederspielen in Künst-ler- und Dilettantenkreisen auch folgende Notiz:Chopinwar lebendig, lustig, ja überaus komisch in seinen Nach- .ahmungen von Pixis, Liszt und einem bucklichten Ciavier-liebhaber". Einige Tage später sagt das Tagebuch:Heutewar er wieder ein ganz andrer Chopin, als das letzte Mal.Ich besuchte ihn Verabredetermassen mit Ch. und E., dieauch ganz in Schwärmerei für ihn aufgehn und die dasPräludium As-dur in 6 / 8 - Tact mit dem stets wiederkehren-den Pedal-as ganz besonders ergriff. Nur die Gräfin O.aus Petersburg, die uns Künstler en bloc anbetet, wardort und noch einige Herren. Chopins vortrefflicher Schü-ler Gutmann spielte dessen Manuscript-Scherzo in Cis-moll,