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2 (1873)
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Riesen-Brummbass Variationen auf das lieblicheAn Ale-xis" spielt, der Oboist Braum und eine ganze Trompeter-Familie Distin; denkt Euch, ein Vater und vier Söhne,die concertirend trompeten, das ist doch zu viel des Guten.Diese Künstler sind Alle mehr oder minder tüchtig undwerden sich bei wiederholten Besuchen unserer Insel ge-wiss manches von deren Gold-Staub aneignen, da aberdie Concurrenz sehr gross ist, so scheint das schnelleGelingen ihrer Unternehmungen, wie sie sich es erwarten,eine Unmöglichkeit, und wir sind ihnen gegenüber oft inder unangenehmen Lage, ihnen weniger zu leisten, als sieerwarten. Da alle freundschaftlich bei uns ein- und aus-gehen, so nenne ich unser Haus das Künstler-Kaleidoskop,das uns täglich neue Combinationen bringt, bald in grel-len, schillernden Farben, bald in sanften, wohlthuenden.Es versteht sich, dass Thalberg wieder in der Welt derPianisten oben ansteht. Herz, Rosenhain undDöhler habenauch ihr Publicum, und gehören zu den brillanten Sternenmeines Kaleidoskops; als dies aber kürzlich bei einemneuen Umschwung Johann Strauss auftauchen Hess, dawar es kein Kaleidoskop mehr, sondern ein Oberon-Horn, denn Alles tanzt, muss tanzen, wenn er geigt.In den Concerten, die er mit seinem kleinen Orchestergiebt, thut man es sitzend, in Almacks, diesen fashiorsable-sten aller Subscriptionsbälle, hüpfen die aristokratischenFüsschen nach seinen Weisen, und auch wir hatten neu-lich das Glück, in einer Soiree danach zu tanzen, wobeiwir alten Eheleute uns decidirt verjüngten. Er selbst tanztübrigenscorps et äme" während des Spielens; nicht mitden Füssen, aber mit der Geige, die beständig auf undnieder geht, während der ganze Mensch jeden gutenTacttheil markirt; dabei ist er so ein gemüthlicher Wiener,nicht raffinirt gebildet wie ein Weltmann, aber amüsantund immer 'heiter; hat man doch der betrübten Exem-plare genug.....Uns erfreut es immer, wenn wir

auch einmal eine literarische Berühmtheit kennen lernen,wie z. B. neulich Alfred de Vigny, den Erzfeind vonGeorge Sand."