Sir Charles und Lady Morgan waren in Irland sehrfreundlich gegen Moscheies gewesen. Er hatte mir schonviel von ihnen erzählt, und führte mich neulich bei derberühmten Schriftstellerin ein. Ihre Freundlichkeit undLiebenswürdigkeit gegen mich muss ich wohl auf Rech-nung meines Mannes schreiben, da sie ihn und sein Talentaufrichtig verehrt. Ihre Augen sprühen noch Feuer trotzihrer 60 Jahre, sie muss sehr schön gewesen sein undihre Lebendigkeit ist echt irländisch". . . .
Balfe hatte wieder eine neue Oper componirt, „themountain sylph", war und blieb auch populär. Benedictbrachte seine Oper „the Gipsies warning", Lord Burg-hersh, „II Torneo", daneben aber florirte „Lucia di Lam-mermoor" , florirte Rubini in seinem „sulla tomba", wieoft man auch sie und es gehört hatte. Die liebliche Cintimit ihrer Nachtigallenkehle konnte nicht anders als ge-fallen, Fanny Eisler, dieser Inbegriff aller Grazie, mussteFurore machen. Das grosse Ereigniss der Saison aber wardie Krönung der Königin Victoria.
Der Freund Sir George Smart hatte Moscheies in einChorhemd gesteckt, um in seinem Chor der WestminsterAbtei als Basssänger zu fungiren und so das prachtvolleFest mit anzusehen, denn die Billete waren unerschwing-lich theuer.
Das Tagebuch sagt: „Welch ein imposanter Anblick,dieser festlich geschmückte Tempel mit seinen festlichgeschmückten Frauen! Und nun erst welch' ein Eindruck,als die achtzehnjährige Königin im Ornat, umgeben vonden Grossen ihres Reichs, eintrat: Alles imposant, Allesergreifend, aber am imposantesten der Händel'sche Chorr„Zadok the Priest" und sein „Hallelujah", ergreifend biszur Rührung; so auch der Moment, als der ehrwürdigeErzbischof von York die Krone auf das jungfräulicheHaupt setzte. Dann aber wie aus einem poetischen Traumaufgerüttelt und unsanft in die Alltagswelt zurückge-führt, durch W. K.'s „Coronation Anthem", neu und dochalt — für diesen Actus componirt, aber aus geborgtemMaterial, schulgerecht, doch ganz uninteressant". Die Frau