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2 (1873)
Seite
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Ueberschlagen der Hände hervorgebracht werden, ab-wechselnd auf der oberen und unteren Tastatur zu spie-len und gewisse Nuancen in der Klangfarbe hervorzu-bringen, da die eine zweifach, die andere dreifach besaitetwar. Auch S. Bach's D-moll-Concert mit Quartettbeglei-tung liess er zum erstenmal hören. Alles stimmte darinüberein, dass der echte Musiksinn durch die Bekannt-schaft mit solchen Meistern nur gefördert werden könne,die Blätter sprachen die Hoffnung aus, dass diecrowdedrooms" dieser drei Soireen Moscheies veranlassen würden,sie im nächsten Winter zu wiederholen, und noch andere,ältere Componisten mit in seine Programme aufzunehmen.

Eine Novität englischerseits waren die British Con-certs, und ihre Basis eine richtige. Die fashionableWelt zeigte nämlich so viel mehr Sinn für die leichte,oft seichte italienische Musik, dass das junge eingeborneTalent sich beeinträchtigt fühlte, und dem wälschen Tän-deln das Gegengewicht zu halten glaubte, wenn in einerReihenfolge von Aufführungen nur die englischen Künst-ler des Tages und ihre Compositionen zu Gehör kämen.Die Exclusivität ist immer der Kunst-Entwickelung hin-derlich" , sagt das Tagebuch,hier stiess sie noch dazuoft auf Mittelmässigkeit in der Aufführung, und Mangelan Originalität in der Composition, und so blieb die fash-ionable Welt ihren Italienern treu und nur das Klein-bürgerthum ergötzte sich an seinemnative talent". DerStolz, mit dem man diesem zuhorchte, bekam gerechteNahrung, als Litolff. mit seinem ersten Concert eigenerComposition auftrat.Hier ist doch Originalität", sagtMoscheies,wenn-auch'wenig abgeklärte, und das Spielzeigt Virtuosität; der Beifallssturm und Enthusiasmuswaren diesmal gerechtfertigt."

Das Tagebuch, so wie Briefe aus diesem Winter zei-gen, wie eifrig Moscheies als Mitdirector der Philharmo-nischen Concerte bemüht war, Beethoven's 9. Symphonie,die im Jahre 1824 unmöglich erklärt und durchgefallenwar, zu einer Aufführung zu bringen. Wie gross auchdie Hindernisse waren, auf die er bei seinen Collegen

Moscheies' Leben, n. 2