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tober bekommt die Frau den folgenden, ganz anders,lautenden Brief seiner Mutter.
Berlin, 6. October 1836.
Die gewisse Fama, die jetzt eben so viel schnellerals andere Leute, auf Eisenbahn und Dampfschiffen reist,hat Ihnen zwar Felixens Verlobung wahrscheinlich bereitsverkündet, liebste Madame Moscheies! Ich kann mir aberdennoch das Vergnügen nicht versagen, Ihnen und IhremGemahl, seinem vortrefflichen Freunde, diese für uns so fröh-liche Botschaft ganz eigentlich mitzutheilen. Sie, eine zärt-liche Mutter, können sich vorstellen, wie wunderlich mirzu Muthe ist, weder seine Braut noch irgend Jemand vonihrer zahlreichen Familie zu kennen, ja früher nicht ein-mal den Namen derselben gehört zu haben. Auch werdeich zur Strafe der, für mein Alter viel zu grossen Leb-haftigkeit , noch lange warten müssen, ehe ich die mirschon so werthe Unbekannte sehen kann. Aber Sie wis-sen auch, wie uneigennützig die Empfindungen einer Mut-ter sind und so werden Sie einen richtigen Massstab vonunser aller Freude haben, da Felix selbst so überaus glück-lich scheint. Die einzige, aber auch gar zu herbe Bitter-keit liegt in dem stets sich mir erneuernden, nicht abzu-weisenden Gedanken: wenn sein lieber Vater diese Be-friedigung erlebt hätte! Er wünschte es sehnlich undhoffte es nie. — Freilich war dieser Unglücksfall auchvielleicht die dringendste Veranlassung zu seinem Ent-schluss. Wir sahen Felix bei seinem Aufenthalt hier amletzten Weihnachten so unaussprechlich traurig, so inner-lichst zerrissen, so still und darum nur tiefer betrübt, selbstin seinen Vorsätzen für die Kunst so gehemmt und desZwecks entbehrend, dass seine Schwestern besonders ihmzuredeten, er müsse ein neues Leben für das Gemüth be-ginnen.
Die Bekanntschaft eines Mädchens [in Frankfurt rissihn bald aus seiner trüben Stimmung und nun ist er derglückliche Verlobte seiner Cecile; die Mutter Mme. Jean-renaud, deren Eltern Souchays, verwandt mit Beneke's..