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2 (1873)
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nisse sich so gestalteten, wie Er sich's zu seinem Glückausgedacht. Er hat dies Alles auch eingesehen, anerkannt,innerlichst empfunden! Und wie edel und sanft wohl-thuend, liebenswürdig, vergeistigt, wurde sein Gemüth;täglich vollkommener, bedeutender, aufstrebender! Mitwelchen Bemerkungen begleitete er den Abend vor demScheiden noch die Vorlesung (dieprofession de foi duvicaire savoyard" aus Rousseau's Emile). Wie freundlich,mild das heitere Beisammensein vor dem Schlafengehndem ewigen! Ich hatte mir den Tod nie in dieser schmerz-los-ätherischen Gestalt möglich gedacht, darum konnteich den Gedanken an das furchtbare Unabweisliche auchnicht fassen. Ohne Ahnung des Unglücks war ich schonunwiderbringlich verwaist und elend!

Meine Kinder alle betragen sich wie die Engel,und ich wäre undankbar gegen das Schicksal, sähe ichnicht bei dem herbsten Schmerz ein, wieviel ich nochbehalten. Felixens Art, den Schmerz zu tragen, hat michanfangs sehr erschüttert und beängstigt. Unter uns Frauenfand er Thränen und Muth zum Weiterleben. Die Nähe,in der er jetzt wohnt, wirkt wohlthätig, er hat uns seit-dem schon zweimal besucht.......Nehmen Sie, liebens-würdigste Frau, meinen wärmsten Dank für alles Gute,was Sie dem Verstorbenen in London erzeigten. Mit wah-rer Rührung und Erkenntlichkeit sprach er stets davon.Wenn zuletzt mitunter Stunden kamen, wo er seinerAugen wegen unbeschäftigt war, sagte er oft:Ich habekeine Langeweile, ich habe gar viel Schönes, Interessan-tes erlebt!" Dazu zählte er London ganz besonders undIhre Bekanntschaft stand obenan. Aber auch der Freund-lichkeit der vortrefflichen Freunde gedachte er mit Liebeund Erkenntlichkeit. Sagen Sie Allen, wie gerührt unddankbar ich bin.

L. Mendelssohn-Bartholdy.

Es folgt ein Brief von Mendelssohn's ältester, ihmmusikalisch ebenbürtiger Schwester Fanny Hensel an dasMoscheles'sche Ehepaar. Ihr Dank für die dem Vaterin London geleistete Pflege ist eine Wiederholung des