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1 (1872)
Seite
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der Familie Königswarter genoss, mit offenen Armen,meine Kunstleistungen mit offenen Ohren aufgenommen.Damals schrieb ich dort mein G-moll-Cöncert, jetzt seheich meine neueren Compositionen mit nicht geringerer "Wärmeaufgenommen, muss in Felix Meritis u. a. musikalischenGesellschaften spielen und überall ein zweites Mal impro-visiren. Auch das pecuniäre Resultat ist ein vortreffliches."Komisch aber", fügt die Frau hinzu,bleiben doch, trotzaller musikalischen Ehren, die mein Mann geniesst, einigealthergebrachte Sitten der Holländer, ich nenne Euch nurdie des Abonnement-Concerts, da sie uns zunächst be-rühren. Der erste Theil ist kaum zu Ende, so verschwindensämmtliche Herren; wo sind sie? Die Geruchsnerven ver-künden es bald; sie rauchen in einem angrenzenden Saale.Aber die Damen haben nicht Zeit, die Nase darüber zurümpfen; denn ihnen wird alsbald Chocolade und Limonadegereicht; indem sie sie gemessen, unterhalten sie sich mit-einander. Ich sass, wie gewöhnlich, wenn Moscheies öffent-lich spielt, allein in einem Winkel, und hatte Zeit, mirdie nüchterne Einfachheit der vier weissen Saalwände an-zusehen, die ich nicht bewundern konnte. Dann aberdachte ich wieder, wie ich es seit fünfzehn Jahren mitNutzen in England thue: Ländlich, sittlich. Die Chocolademundete, und der Rauch genirte mich nicht mehr."

Ehe sie Holland verlassen, ertönt ein Klagelied vonMoscheies über die schlechten Orchester, mit denen er in ver-schiedenen Städten zu kämpfen hat.Die Dirigenten gebensich alle Mühe, ich selbst sitze, wenn ich ein Concert spiele,wenig am Ciavier, sondern laufe zwischen dem Vorgeiger undPauker auf und nieder, und flüstre Jedem seinen Ton in'sOhr, aber auch das hilft nicht immer, und geht's gar nicht,so lasse ich wohl ein zu schwieriges Adagio weg und spielenur ein erstes und letztes Stück. In Rotterdam, wo es mirsogar mit dem Instrument schlecht erging, phantasirte ichüber Mozart's.Ich kann nichts thun, als Dich beklagen",womit ich diesmal mich meinte, und Hess mich nicht zueinem zweiten Kampf mit diesen stockenden Tasten heraus-klatschen, wie sehr das Publikum es auch darauf anlegte."