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meinem Vorsatz, Dir täglich zu berichten, nicht treu bleibenkonnte. Gestern hatte ich einen Tag der Ungeduld, weilich Deinen Brief von Montag schon erwartete. Die ge-lungene Probe meines Concerts musste mich zerstreuen;aber heute kam er und beglückte mich. Ich wollte, ichhätte Zeit, Alles gehörig zu beantworten; aber das mussbis aufs Mündliche bleiben. Das Wann ist noch einGedanke, der mich zupft. Ich spiele Sonntag im Abonne-mentconcert mein G-moll Concert und werde hoffentlichzwischen den Eilwagen eine Gelegenheit finden. MeinConcert wird heute Abend glänzend. Der Andrang zumBilletverkauf ist gross; 750 sind schon abgesetzt, und manwird wahrscheinlich so Manchen bei der Kasse zurück-weisen müssen."

Die Mutter und Regina sind noch immer ebenso ver-gnügt und haben sich über den heutigen Brief sehr gefreut,schicken Dir auch alle möglichen Küsse und Liebkosungen.Wenn ich heute nicht schlecht spielen soll, muss ichschliessen und mich nur durch den Gedanken an Dichbegeistern."

10. October:Ich wollte, ich könnte der Post Flügelverleihen, um Dir die Nachricht mitzutheilen, dass ichgestern das brillanteste Concert in Leipzig gegeben habe.Der Andrang war ungeheuer und der Saal überfüllt. MeineMutter verjüngte sich dabei. Meine Ouvertüre wurdevortrefflich aufgeführt, die Concert's pathetique und fan-tastique mit steigendem Beifall aufgenommen. Mein Duettmit Felix aber machte ungeheures Furore; der Beifalldauerte lange, man wollte es wiederholt haben; aber diegrosse Hitze hielt uns ab, und wir traten blos noch ein-mal vor, um uns zu verbeugen. Auch meine Phantasieüber das Thema der Arie ausTitus", welche Frl. Grabau sang,und einen Chor in D ausEuryanthe" hatte, glaub' ich,viel Gelungenes und Glückliches; denn viel Beifall belohntemich. Die Brutto-Einnahme war 497 Thlr. Die Kostenbetragen 70 Thlr., bleiben also 427 Thlr. Die übrigen Aus-

Moscheles' Leben. 20