Einheit und geniale Verwicklung- der Hauptgedanken fürdie wichtigsten Ingredienzien einer Composition, und nachdiesen will ich immer streben, . . Mendelssohn's Octett,in dem Sie Abwesenheit von „Melodie" finden, neigt mehrzum Künstlichen hin, jedoch lohnt es sich der Mühe, dasherrliche Werk wiederholt und mit forschendem Sinn zuhören — zu hören, bis man dessen Originalität, die nie in
Bizarrerien ausartet, verstehen und würdigen lernt.....
Für Spohr's „Weihe der Töne" ist hier nicht viel Sym-pathie. Haslinger trug das Eigenthumsrecht derselbenauf i oder 2 Jahre durch mich der Philharmonischen Ge-sellschaft an, diese aber dankte!"
In diesem Winter wurde als Novität Byron's „Man-fred" mit Chören von Bishop im Coventgarden Theatergegeben. „Der Aufwand an Scenerie und Decorationenwar grossartig, die Musik 'nicht viel geniessbarer als diezum „Bravo" von Marliani, ein Mischmasch von Rossini's,Pacini's und Mercadante's abgedroschensten Gedanken.Besser hätte sich die schöne Ausstattung ohne den Ohren-zwang angesehen."
Nicht ohne Interesse dürften ferner noch folgendeNotizen sein: „Meine Frau", schreibt Moscheies, „die mirvorliest, während ich Correcturen mache, bekam in diesenTagen Uhland's Gedichte in die Hand, wodurch mir Ver-anlassung ward, die Gedichte „Der Schmidt", „das Reh"und „Des Gärtner's Lied" für eine Singstimme zu com-poniren." v
Gegen Ende des Jahres war man mit den Vorberei-tungen zu einer häuslichen Aufführung von „Israel inAegypten" beschäftigt. Man hatte einige Chorknabenaus der Westminster Abtei und einige gut geschulte Lieb-haber hinzugezogen. Die Hauptstützen aber waren: Mme.Caradori-Allan, Röckel und Taylor. Die Proben gewähr-ten grossen Genuss und leiteten zu einem tiefern Ein-dringen in die Schönheiten dieses Riesenwerks an. Die Auf-führung selbst war gelungen und schloss das Jahr würdig ab.