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1 (1872)
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hergeben und dies den beiden kleinen Mädchen zu Liebe,mit denen Felix gern lachte, spielte, in den zoologischenGarten ging und allerhand Possen trieb. Auch sie moch-ten es schon fühlen, dass in dem Schwärm von Menschen,die das Künstlerhaus aufsuchten, viele herzlich guteFreunde waren, aber Mendelssohn unter diesen der beste.Dass beide, er und Moscheies, gute, treue und gemüth-volle Menschen waren, das hat sie wohl ebenso sehr zueinander gezogen als die Musik. Moscheies kannte ihmgegenüber nur Bewunderung, nie regte sich in ihm einAnflug von Neid über des jungen Componisten, des früherenSchülers, wachsende Grösse; ni® beneidete er ihn um dieglücklichen Lebensverhältnisse, die ihm erlaubten, ganzund ohne jenen Broderwerb, den Moscheies mühsam suchenmusste, seiner Kunst zu leben. Mendelssohn wiederumwarganz Pietät, ganz Dankbarkeit für den reichen Schatz vonErfahrungen, den der ältere Meister in seinen Ciavier-werken niedergelegt hatte. Sie liebten und achteten ein-ander, und diese Gefühle übertrugen sich auf die beider-seitigen Familien.

Bis jetzt haben wir sie meist heitere, sonnenhelle Tagemiteinander verleben sehen; es gab deren auch trübe undin diesen bewährte sich die Freundschaft. Als Mendels-sohn's alter Lehrer Zelter stirbt, eilt er am frühen Morgenzu Moscheies und tritt mit der Bitte ein:Ich kann nichtarbeiten, ich möchte den Tag hier zubringen." Ist FrauMoscheies unwohl und darf ihren Mann, der ausgehenmuss, nicht begleiten, Felix leistet ihr den Abend Gesell-schaft, wie sie entzückt ihrem Vater schreibt. War Felixermüdet und kam er es ihr zu klagen, so hiess sie ihnsich ruhig in die dunkle Sopha-Ecke setzen. Er pflegtedann ein paar Minuten zu ruhen, während welcher sogardie lebhaften Kinder mäuschenstill blieben; dann mussteer eine kleine Stärkung nehmen und gleich war er wiederfrisch, so dass er mit seiner gewöhnlichen Lebendigkeitüber irgend eine anstrengende musikalische Probe oderein Morning-Concert oder ein politisches Meeting berich-tete, deren er viele besuchte. Sie durfte sich auch er-