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1 (1872)
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traf ich ihn zu keiner Stunde. Auch Dr. Davis, der michdurch eine Karte auf zwei Uhr zu sich bescheiden Hess,war nicht zu sehen. Meine grosse Anhängerin, Lady C.,der ich dies klagte, musste, wie ich, befürchten, Sir An-drew sei mir feindlich und nur Italienern freundlich ge-sinnt. Sie schrieb ihm, und verlangte Aufklärung. Diesverschaffte mir die Ehre seines Anblicks. Ich wüsstelängst,- sagte ,er, dass ich heute Abend bei Hofe spielensollte.Wieso?"-fragte ich.Hat Ihnen Dr. DavisNichts gesagt?""Nein!" Hierauf einige höflichePhrasen seinerseits, und der Antrag, den Erard im Pa-villon zu probiren; ich fand ihn angequollen und steif,weil er lange in einem kalten Salon gestanden, musstemich aber doch über Hals und Kopf zu seiner Benutzungvorbereiten und fand nicht einmal Zeit mit der königlichenKapelle zu probiren. Mit dieser traf ich nun Abends beimagischer Beleuchtung in dem phantastisch decorirtenMusiksaal des Pavillons zusammen. Das Ganze machteeinen feenartigen Eindruck. König William IV. und Kö-nigin Adelaide erschienen mit der königlichen Familieund setzten sich ans entfernteste Ende des Saales, derHofstaat auch weit vom Ciavier weg, und ich wurde nichtvorgestellt. Ich spielte meine neue Phantasie über eng-lische Nationallieder, die der Königin dedicirt waren. DerKönig allein näherte sich während dieser dem Ciavier undschien zuzuhören, nickte sogar herablassend, als ich auf-stand; sein Mund blieb aber stumm. Die Gesellschaft un-terhielt sich laut. Sir Andrew forderte mich auf, Orgelzu spielen, und später musste ich die Kapelle (ein ziem-lich ungeschultes Doppelquartett), in einigen Vorträgen ausderSchöpfung" begleiten. An meinen Alexander-Varia-tionen und der Improvisation nahmen nur die PrincessAugusta und die Marchioness of Cornwallis, trotz grossenGeräusches im Saal, Antheil. Noch wurden Stücke ausRobert le Diable" von der Kapelle ausgeführt und end-lich mitGod save the King" geschlossen. Der Hof zogsich zurück, nachdem Sir Andrew der Königin das Exem-plar meiner englischen Phantasie überreicht, eine Ehre,

Moscheies' Leben. 17