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1 (1872)
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Frau Thürschmidt ausgeführt. Auch die vierhändigeBeethoven-Polonaise und Moscheies' Sonate in Es durftennicht fehlen; Mantius und Devrient sangen aus dem Lie-derspiel:Die Heimkehr aus der Fremde".Es war einreizender Abend." Am 14. October gedenkt das Tagebucheiner ähnlichen Soiree im Mendelssohn'schen Hause.

Zu allseitiger Freude war auch Neukomm in Berlinangekommen, und man hörte mit Felix, eine AufführungseinerZehn Gebote" in der Singakademie, so wie dieerste Vorstellung des Crociato, am Geburtstage des Kron-prinzen. Leider war der Crociato ganz heiser, FrauKraus -Wranitzky aber eine vortreffliche Palmyra, dieMänner nicht ausgezeichnet, Chöre und Decorationenprächtig. In der so eben eröffneten Gemäldeausstellungbewunderte man das Meisterwerk des einundzwanzig-jährigen Eduard BendemannDie trauernden Juden"; dasInteresse an dem Kunstwerk wurde noch durch die per-sönliche Bekanntschaft des liebenswürdigen bescheidenenjungen Künstlers erhöht.

Später sagt Moscheies:Ich zähle es auch zu denGenüssen dieses kurzen berliner Aufenthalts, dass ichSchleiermacher predigen hörte, aber leider nur einmal."

Am 17. d. M. fand Moscheies' Concert in der Operbei überfülltem Hause statt, worüber- er berichtet:MeinDrittel der Einnahme beträgt 301 Thlr. netto. GrafRedern, Intendant der königlichen Oper, kam mir dabeisehr freundlich entgegen, und das Publicum beehrte meinC-dur-Concert, die dänische Phantasie und eine Improvi-sation überche farö, voi che sapete" undnamenloseFreude", mit einem Enthusiasmus, der mich rückwirkendbegeisterte ... Es war mir auch ein wonniges Gefühl,Mutter und Frau in einer Parketloge zu sehen. Felixsoupirte mit uns bei Jagor sehr heiter."

Am folgenden Tage, dem letzten in Berlin, war nocheine Morgenmusik bei Mendelssohn's. Felix spielte dieC-moll-Sonate von Beethoven mit dem Geiger Ries, Mo-scheies sein Trio, dessen Scherzo er wiederholen musste.Bei Tische redete die ganze Familie ihm zu: noch einmal