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9. Mai: „In Meyerbeer's Loge der ersten deutschenVorstellung im italienischen Opernhause beigewohnt; eswar der „Freischütz": Mme. Meric, Frl. Maschinka Schnei-der, Haizinger und Hauser die Hauptsänger, Chelard Ka-pellmeister. Alles ging gut, das Publicum rief enthusia-stisch die Sänger wiederholt hervor. Uns machte diedeutsche Vorstellung grosse Freude."
10. Mai: „Unsere eigene grosse Soiree, bei der deutscheund englische Musik sich glücklich vermählt hatte."
Zwischen dem 11. und 16. Mai finden wir allabendlichZusammenkünfte, die der Freundschaft und den Musengeweiht sind.
18. Mai: „Erste Vorstellung des „Fidelio", als Debütder Schröder-Devrient, sie und Haizinger unübertrefflichund das Publicum den ganzen Abend so enthusiasmirt,dass es die Ouvertüre, den Canon, den Chor der Gefan-genen und zuletzt sogar, als die Sänger gerufen undschon wieder abgetreten waren, noch das ganze Finalewiederholen Hess".
Nicht allen unseren Lesern wird folgende komischeEpisode bekannt sein: „Die Schröder-Fidelio reicht ihremFlorestan-Haizinger in der tragischen Kerkerscene dasStückchen Brod „das sie schon seit drei Tagen" für ihnim Busen verbirgt, er macht nicht Miene, es zu nehmen;da, mit einem derben Zusätze, während das Publicum inRührung zerfliesst, flüstert sie ihm wüthend zu: „NehmenSie's doch, wollen Sie Butter drauf?"
20. Mai (Sonntag): „Mendelssohn zum Frühstück, undgleich den Tag mit Musik begonnen, sodann ergingenwir uns gemeinsam im Park. Abends kamen Haizinger's,ich probirte mit ihm die neue Variation, welche ich ihmzum „Abschied der Troubadours" für mein Concert schreibe,und hörte dazwischen die reizenden Anekdoten in denverschiedensten Mundarten, die seine Frau der meinigenerzählte!"
J. B. Cramer's langweiliges Concert am 21. Mai wardnur dadurch geniessbar, dass auch Mendelssohn es mit-machte. In den folgenden Tagen finden wir Moscheies