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1 (1872)
Seite
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muthmasslich der Mörder seines Weibes, und hatte in denJahren seiner Gefangenschaft auf der einzigen G-Saite, dieseiner Violine blieb, alle die Kunststückchen gelernt, mitdenen er erst den Continent, jetzt auch England in Er-staunen setzte. Dabei sollte sein Geiz an's Fabelhaftegrenzen und sein Aussehen an eine Figur der Märchen-welt erinnern. So war er dem englischen Publikum an-gekündigt, Moscheies speciell noch durch den Schwieger-vater, der ihm in Hamburg ein vortheilhaftes Engagementmit dem befreundeten Theaterdirector zu Stande gebrachthatte. Der italienischen Sprache mächtig, konnte er eineVerständigung zwischen dem Künstler und den Unter-nehmern herbeiführen, als diese eben ihre bis dahin frucht-los geführten Unterhandlungen abzubrechen dachten.Diegrossen Einnahmen und der noch grössere Beifall, denPaganini erntete (sagt Mosch eles), brachten meinemSchwiegervater eine Superlative Dankbarkeit ein, wie sienur der Italiener auszudrücken weiss, und mit dieser über-schüttete er auch uns, die Kinder des Onoratissimo, beiseinem ersten Besuch; er nahm das Miniaturbild des gutenVaters, das über dem Kamin hing, herab, bedeckte es mitKüssen und gab ihm die überschwenglichsten Epitheta.Wir hatten indess Zeit, diese olivenfarbenen, scharf aus-geprägten Züge, diese glühenden Augen, das spärlichdünne, aber lang herabhängende schwarze Haar und dieganze hagere Figur, auf der die Kleider schlotterten, diesetiefeingefallenen Wangen und diese langen, aber schein-bar nur mit Haut bedeckten Finger zu betrachten. Wäh-rend dieser Beschauung hatte die unwürdige Lobhudeleiernsteren Gesprächen über Paganini's UnternehmungenPlatz gemacht. Die erste derselben (noch ehe wir unskannten), zu doppelten Preisen in der italienischen Operzu spielen, war gescheitert. Der Herzog von Devonshiresoll Propaganda dagegen gemacht haben; genug, nur zweiLogen waren verkauft, und das Concert musste abgesagtwerden. Jetzt theilte er uns seinen Entschluss mit, zu dengewöhnlichen Preisen in der Oper zu spielen." Spätersagt Moscheies:Meine Hülfe, die ihm hier und da nütz-