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Talent) den Vorzug geben? Hummel, vielleicht durchdiese Ansicht mancher Blätter übel gelaunt, schlug esCramer ab, in dessen Concert ein Duo mit ihm zu spielen„und auch das wird dem alten Wiener Freunde übel ge-nommen."
Dagegen rief damals die Malibran durch ihr Talent nichtminder wie durch ihre traurigen Schicksale begeisterte Theil-nahme wach. Erst an den ihr aufgedrungenen Malibran ge-kettet, dann durch besondere Gunst des Papstes von ihm be-freit, hatte sich ihr liebebedürftiges Herz mit echter Hinge-bung zu de Beriot gewendet, als dessen Gattin sie nun in Lon-don auftrat. Auch in dieser Ehe war sie der selbstlosere,opferfähigere Theil; denn ihm zu Liebe sang sie nicht nurin der Oper, nein, nach so mancher anstrengenden Vor-stellung auch noch in Privat-Soireen oder öffentlichenConcerten. „Und immer singt sie schön," sagt Moscheies,„immer mit der höchsten Begeisterung; immer ist sie nichtnur Sängerin, sondern auch musikalisches Genie. Musssie eine Cavatine wiederholen, was ihr meist geschieht, soimprovisirt sie neue Coloraturen, schöner und originellerals die ersten, die schon Alles zu übertreffen schienen;dabei beherrscht sie lächelnd das Orchester und • seinenDirigenten und zündet auch in dem kältesten der mitwir-kenden Musiker ein Geistesfünkchen an; hat sie dochderen so viele, dass sie unbeschadet damit herumwerfenkann. Auch in de Beriot's glattes vollendetes, aber nichtimmer erwärmendes Spiel, hat sie hineingeblitzt, und „be-sonders in seinem H-moll-Concerterkenne ich sie deutlich."
Natürlich war in dieser „von häuslichen Sorgen be-ängsteten Zeit", an kein ernstes Schaffen zu denken, dochmussten einige der kleineren Modesachen laut Contractfertig gebracht werden; u. A. die „Gems ä la Malibran",eine möglichst leichte Zusammenstellung ihrer beliebtestenStücke mit einer möglichst genauen Nachahmung ihreroriginellen Coloratur, die Moscheies ihr abgelauscht hatte.Für sein eigenes Concert, das einmal angekündigt, gleich-falls gegeben werden musste, hatte er, um doch eine No-vität zu bringen, innerhalb weniger Tage seine „Recollec-