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1 (1872)
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er; und meinem persönlichen Lob entgegnete er nur kind-lich:Gefällt es Ihnen? Ach, das freut mich."

Er zeigte bei seinen ländlichen Besuchen die Manu-scripte seiner geistlichen Cantate über einen Choral inA-moll, einen sechszehnstimmigen ChorHora est", dernicht publicirt war, und ein Violin-Quartett in A-moll.Auch war er stets zu kleinen, musikalischen Liebenswür-digkeiten aufgelegt; in Moscheies' Album schrieb er einreizendes Stück unter dem Namen:Perpetuum mobile"(C-dur), er brachte der hübschen Miss M. C. eine fürsie componirte englische Ballade u. s. w.

Mit ihm zugleich erschien Neukomm, der SchülerHaydn's, ein eben so edler Character, ein ebenso fein ge-bildeter Mann, ein Freund, der sich später eben so treubewähren sollte, leider aber kein Genie, sondern nur einsolider, wohldenkender, gutschreibender Componist,demdas attische Salz oft störend fehlt", sagt Moscheies. ErHess damals seine OratorienDie zehn Gebote" undChristus"aufführen; für die beliebten Sänger Braham und Phillipshatte er einige - Effectstücke in Bereitschaft, wie dieMid-night Review" nach dernächtlichen Heerschau" vonZedlitz. Zuerst rissen diese Stücke die Hörer zu lodern-dem Enthusiasmus hin; dennoch aber konnten sie dem Com-ponisten nicht die dauernde Anerkennung des sonst ebennicht launenhaften englischen Publicums erringen.

Mendelssohn und Neukomm, die sich oft in der stillenMoscheles'schen Häuslichkeit trafen, liebten einander herz-lich, d. h. der vortreffliche Mensch den vortrefflichen Men-schen; denn als Musiker fand der gelinde Neukomm denbrausenden Mendelssohn zu heftig, zu kräftig, zu ver-schwenderisch im Gebrauch der Blechinstrumente, zu über-trieben in seinen Tempo's, zu unruhig in seinem Spiel,während dieser, sich in jugendlicher Ungeduld auf einemAbsatz herumdrehend, zuweilen ausrief:Wenn nur derprächtige Neukomm bessere Musik machen wollte! Erspricht so gescheut und gewählt in Worten und Briefen,und mit Noten schreibt er solche Gemeinplätze!""