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uns dabei an Shakespeare's Commentatoren erinnert, die ihm,wie gar manche gute Autoritäten behaupten, Gedanken un-tergelegt haben, die dem Dichter selbst ganz fremd waren.Man mühte sich ab, seine geheimsten Absichten zu errathenund übersah nur zu oft, dass man es mit den Eingebungeneines Genie's zu thun hatte. Ebenso scheint es mit denWerken Beethoven's zu gehen. Beethoven selbst natür-lich schrieb nur nieder, was und wie er dachte und em-pfand. Seitdem aber sind seine Sachen ganz verschiedenaufgefasst und wiedergegeben worden. Es versteht sichvon selbst, dass die Mondschein-Sonate immer sentimental,die Eroica immer majestätisch bleiben wird; aber schonbei einer Sonate wie „Les adieux, l'absence et le retour"wird jeder Vortragende individuell empfinden, jeder Hörersich ein verschiedenes Bild machen. „„Und so sollte essein"", pflegte Mendelssohn zu sagen. „„Kann der Com-ponist nur die Einbildungskraft des Hörers hinlänglichanregen, um ein Bild, einen Gedanken, gleichviel welchen,hervorzurufen, so ist sein Zweck erreicht."" Und dieserAnsicht sind auch wir. Die Musik muss dem Menschen-durch alle Poren in's Herz dringen und dort ihren Wider-hall finden; deshalb, meinen wir, können auch Compo-sitionen nicht beschrieben werden, und die Leser werdenuns daher gern Analysen der Moscheles'schen Compositio-nen, Erörterungen über ihre Verdienste und Mängel er-lassen. So viel steht aber wohl fest,_ dass Werke, dienicht nur zur Zeit ihres Erscheinens einen nicht gewöhn-lichen Eindruck gemacht, sondern auch nach dreissig, vier-zig und fünfzig Jahren noch eifrig gespielt und mit In-teresse gehört werden, einen mehr als vorübergehendenWerth haben müssen, und zu diesen rechnen wir unter denArbeiten Moscheies' das G-moll-Concert (1820), die vierund-zwanzig Etüden (1825 und 1826), das Hommage ä Händel,das Rondo in A, die Es-dur-Sonate, die Sonate melanco-lique, die „Erinnerungen an Irland", die drei Allegri diBravura: „La force, la legeret6 et le Caprice" u. a. m.
Von der Zeit an, wo Mosch eles nicht mehr so viel öffent-lich spielte (etwa von 1840 an), wurde seinen neueren