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1 (1872)
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auchDie Entführung aus dem Serail", hierThe Se-raglio" genannt, aber nicht unverfälscht Mozartisch, wiewir Deutschen sie kennen, nein, ganze Stücke herausge-schnitten und andere populär-englische eingelegt eineschauderhafte Entweihung!Der Verbrecher, der diespasticcio auf dem Gewissen hat, ist der Kramer aus Brigh-ton, Director der königlichen Capelle. Einigen Ersatz fürdie musikalische Unbill des Abends gaben die reichen oftüberraschend schönen Decorationen."

Moscheies spielte bei der Herzogin von Kent in Ken-sington-Palace im Hofzirkel.Die kleine Prinzess Victoriawar zugegen, und die Herzogin ersuchte mich, sogleichzu spielen, damit die Prinzessin, die früh zu Bette gehenmüsse, mich noch hören könne. Wirklich verliess sie nachmeinem zweiten Stück die Gesellschaft. Ich musste vielauf einem Broadwood spielen, und auch der Herzogin vonKent ein Lied von Beethoven, ihr und der Prinzess Feo-dora ein Duett aus Zelmira begleiten. Die Herrschafteninteressirten sich freundlich für mein Spiel, aber ammeisten, glaub' ich, für die Improvisation über einige derso modernen Tyrolerlieder, da die Herzogin die Tyrolerhat zweimal bei sich singen lassen."

Zur Ergänzung seien hier einige Mittheilungen einge-flochten, die wir den Briefen der Frau entnehmen.Soein Tag wie der vorgestrige kommt zum Glück nur sel-ten für meinen armen Mann; erst die unvermeidlichenneun Lectionen, dann das Diner der Royal Society ofMusicians, wo er spielte, und zum Schluss eine Soireebei Sir Richard Jackson, die bis zwei Uhr dauerte.Ueber andere Soireen schreibe ich Euch nicht, dennalle gleichen einander mehr oder minder. Ob nun beiRothschilds aufeitel Gold" servirt Avird, das trägt nichtzum Amüsement bei. Eins fiel mir beim Marquis of Hert-ford auf, dass nämlich das ganze Haus, von der Treppe an,bis durch die Salons hin mit einem und demselben Teppichbelegt und mit demselben kirschrothen Seidendamastmöblirt und behangen ist. Das hatte ich noch nie gesehen."

In dieser Zeit erschien Heinrich Heine in London.