Druckschrift 
1 (1872)
Seite
174
Einzelbild herunterladen
 

174

fordert, eine Erklärung über die von der PhilharmonischenGesellschaft eingeschickten iooo Fl. zu geben. Da ichaber von Dir nichts Weiteres erfuhr und auch keine Ver-bindlichkeit für mich ohne Instruction übernehmen wollte,so bat ich um Aufschub, bis 'eine Antwort und Aufklä-rung hierüber von Dir erfolgt. Das Schreiben des Cura-tors wird Dich au fait des Ganzen setzen.

Im Vertrauen! Kannst Du eine Verzichtleistung aufdie iooo Fl. bewirken, so wird manche Unannehmlichkeitund vielleicht ein Process beseitigt. Selbst Dr. Eltz undBaron Eskeles meinen, dass der Beweis, dass die vorge-fundenen iooo Fl. gerade die von der Gesellschaft ein-geschickten waren, um so schwerer zu führen sei, da seitder Zeit der zur Inventur beordnete Hofrath Breuningmit. Tod abging. Sollte jedoch gegen alles Vermuthendas Geld zurückverlangt werden, so muss von der Phil-harmonischen Gesellschaft eine legalisirte Vollmachtfür den Dr. Eltz eingeschickt werden, damit er im WegeRechtens auf Kosten der Gesellschaft seine Ansprüchegeltend mache. Diese Procedur könnte übrigens dieganze Summe aufzehren. Ich bitte um baldige undbestimmte Antwort.

Die ganze Familie Eskeles, Wimpffen, Ephraim etc.ist wohl, und alle grüssen Dich und Dein liebes Weibcheneben so herzlich als ich

Dein Freund Rau.

Moscheies conferirte hierauf mit den Directoren derPhilharmonischen Gesellschaft und erwirkte ein still-schweigendes Abstehen von der Rückforderung ihres Ge-schenkes. Dieses in seinem ganzen Verlauf und Ausgangso unerquickliche. Nachspiel zu Beethoven's Ende hat Mo-scheies viel Aerger und Kummer bereitet. Von Wienaus, wo man sich natürlich schämte, dass Beethoven inLondon Hilfe gesucht, hatte man ausgesprengt: Beethovensei gar nicht so bedürftig gewesen; habe er doch jene£ ioo nicht angetastet und ausserdem noch Bankactienhinterlassen! Wie also habe sich Moscheies erdreisten