Druckschrift 
1 (1872)
Seite
169
Einzelbild herunterladen
 

16g

Papiere übergab. Nun aber hat der neu aufgestellteVormund über Beethoven's Neffen die Papiere des Breu-ning Herrn Gräffer übergeben, welches zwar abscheulichist, aber nichts schadet, weil jene grösstentheils Familien-Papiere waren, und die wichtigsten ich in Händen habe.Für diesmal Gott befohlen.

Dies von Ihremaufrichtigsten und dienstfertigsten FreundeAnt. Schindler.

Die Lösung der Angelegenheit, in die Moscheies sichdurch den dem grossen Todten geleisteten Freundesdienstverwickelt sah, sollte nicht gerade befriedigend ausfallen.Im Februar 1828 erhielt Moscheies folgenden Brief:

Wien, 10. Februar 1828.

An seine Wohlgeboren, Herrn Ignaz Moscheies, Mu-sikcompositeur und Mitglied der Philharmonischen Gesell-schaft in London.Wohlgeboren

Insonders hochzuverehrender Herr!

Nach dem am 4. Junius 1827 hier in Wien erfolgtenTode des k. k. Herrn v. Breüning bin ich von dem WienerStadt-Magistrate gerichtlich zum Vormunde des noch inder Minderjährigkeit stehenden Carl v. Beethoven, Neffenund Erben des am 26. März der musikalischen Welt leider!nur zu frühe entrissenen Compositeurs, Ludwig v. Beet-hoven ernannt worden, welcher schweren und verantwort-lichen Last ich mich einzig und allein aus dem Grunde unter-zogen habe, um den mit Talenten begabten, aber (ich ge-stehe es offen und mit Wehmuth) schon früher einiger-massen auf Abwege gerathenen Neffen des grossen Mannes,der von Kindheit an das Beste desselben mit Nachdruckbezweckte, der aber in 'der Wahl der Mittel hiezu, undim Erfolge minder glücklich war, wieder auf gute Wegezurückzubringen, weil dieser Mann zu mir ein besonderesVertrauen zu hegen sich geäussert, und weil er auf derschon früher eingeschlagenen militärischen Bahn (er ist