— 159 —
Die folgenden Briefe von Schindler, Rau u. s. w.bringen noch einiges Nähere über Beethoven's Ende,drehen sich aber hauptsächlich um die Angelegenheit derBeethoven von der Philharmonischen Gesellschaft geschenk-ten £ ioo, die noch zu allerlei Erörterungen Anlass gebenund schliesslich zu einer nicht eben erwünschten Lösungführen sollte. Schindler schreibt: - .
Wien, den 4. April 1827.Mein edler Freund!
Ich finde mich veranlasst abermals an Sie zu schreiben,um beiliegenden Brief an Sir Smart sicher zu wissen. Erenthält Beethoven's letzten Dank an Smart, Stumpff undan die Philharmonische Gesellschaft, sowie an die ganzeenglische Nation, um welches er mich noch in den letztenAugenblicken seines Lebens innigst gebeten hat. Ichbitte sie recht sehr, ihm denselben bald einzuhändigen.Herr Lewisey von der englischen Gesandtschaft hat dieGüte gehabt, ihn gleich in's Englische zu übersetzen. —
Also erst am 26. März um Dreiviertel auf sechs UhrNachmittags, während eines grossen Gewitters, hauchteunser unsterblicher Freund seine grosse Seele aus. A^om24. gegen Abend bis zum letzten Hauche, war er beinahestets in delirio. Doch vergass er selbst in dem furcht-baren Kampfe zwischen Leben und Tod der Wohlthatder Philharmonischen Gesellschaft nicht, wenn er nureinen lichten Augenblick hatte, und pries die englischeNation, die ihm stets so viel Aufmerksamkeit erwies.
Sein Leiden war unbeschreiblich gross, vorzüglich seitdem, dass die Wunde von selbst aufsprang, und die Ent-leerung von Wasser so plötzlich erfolgte. — Seine letztenTage waren überaus merkwürdig, und sein grosser Geistbereitete sich mit einer wahrhaft Sokratischen Weisheitzum Tode. Ich werde dies wahrscheinlich auch nieder-schreiben, und öffentlich bekannt machen; denn es ist fürseine Biographen von unschätzbarem Werth.
Das Leichenbegängniss war nur das eines grossenMannes. Bei 30,000 Menschen wogten auf den Glacis und