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1 (1872)
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Ich fuhr auf der Stelle zu ihm, um mich von seiner Lagezu überzeugen, und ihm die bevorstehende Hülfe anzu-zeigen. Es war herzzerreissend, ihn zu sehen, wie er seineHände faltete und sich beinahe in Thränen der Freudeund des Dankes auflöste. Wie belohnend und beseligendwäre es für Euch, Ihr grossmüthigen Menschen, gewesen,wenn Ihr Zeugen dieser höchst rührenden Scene hättetsein können!

Ich fand den armen Beethoven in der traurigstenLage, mehr einem Skelette als einem lebenden Wesenähnlich. Die Wassersucht hat so sehr um sich gegriffen,dass er schon vier bis fünf Mal abgezapft werden musste.Er ist in ärztlicher Beziehung in den Händen des Dr. Mal-fatti, also gut versorgt. Malfatti gibt ihm wenige Hoff-nung. Wie lange sein gegenwärtiger Zustand noch dauern,oder ob er überhaupt gerettet werden kann, lässt sichnicht bestimmen. Indess hat die Anzeige der eingetrete-nen Hülfe eine merkwürdige Veränderung zur Folge ge-habt. Durch die freudige Gemüthsbewegung veranlasst,sprang in der Nacht eine der vernarbten Ponctionen auf,und alles Wasser, das sich seit vierzehn Tagen gesammelthatte, floss von ihm. Als ich ihn des anderen Tages be-suchte, war er auffallend heiter, fühlte sich wunderbar er-leichtert. Ich eilte zu Malfatti, um ihn hiervon in Kennt-niss zu setzen. Er hält dieses Ereigniss für sehr beruhigend.Man wird ihm auf einige Zeit eine Hohlsonde appliciren,um diese Wunde offen zu erhalten, und dem Andränge desWassers freien Abfluss zu verschaffen. Gott gebe seinenSegen!

Mit seiner häuslichen Umgebung und Bedienung, diein einer Köchin und einem Dienstmädchen besteht, istBeethoven zufrieden. Sein Freund, unser bekannter braverSchindler, speist täglich bei ihm, und sorgt in dieser Be-ziehung sehr freundschaftlich und redlich für ihn. Schind-ler besorgt Beethoven's Correspondenz, und bestreitet, soviel möglich, seine Auslagen.

Hier beiliegend, empfängst Du, lieber Freund, einevon Beethoven ausgestellte Quittung über die ihm ein-