zu verhehlen. Zelter, der sich gern gegen jede modischeUnart auflehnte, wie er die meisten Neuerungen nannte,fand, dass er von dieser lärmenden Musik genug auf demOpern platz höre, er brauche nicht erst hineinzugehen".
In München, wo Moscheies sich zunächst hören Hess,hatte er es künstlerisch und häuslich gar gut; häuslich,weil ihn die Familie Kaula höchst liebenswürdig beher-bergte; künstlerisch, weil er sich schnell in der bekanntenBirnbeck'schen Kneipe, in der die ausgezeichnetsten Mu-siker zwanglos bei Bier verkehrten, behaglich fühlte. Werhätte nicht gern mit Winter, dem Componisten des „unter-brochenen Opferfestes", mit den trefflichen Mitgliedern derKapelle verkehrt, welche dort anzutreffen waren (Molique,Andreas Romberg, Bohrer und Krebs)? Kaum hatte erZeit gehabt, das Concert, das er geben wollte, einzuleiten,so ward er schon nach Nymphenburg zu einem Kammer-concert befohlen, das zur Feier der Ankunft des hohenBräutigams, des Prinzen von Preussen, stattfinden sollte.Es verlief sehr glücklich, wie alle bisherigen Abende, nurdass dieser König, der gute König Max, sich ganz be-sonders leutselig gegen ihn zeigte. „In der Unterhaltungkam sogar die Frage vor: „Wie alt sind sie?" „Dreissig, Ma-jestät". „Wenn Sie noch einmal so viel nehmen und siebendazu legen, so haben Sie erst mein Alter", sagte derKönig behend, zog dann den nahestehenden Kronprinzenvon Preussen mit in die Unterhaltung und stellte michihm aufs liebenswürdigste vor. Dieser bat mich, ihn rechtbald in Berlin zu besuchen. Endlich meinte der König,der Genuss des heutigen Abends müsse sich bald wieder-holen".
Wirklich spielte er am 4. October wieder vor denMajestäten und dem Brautpaar. „Kaum eingetreten, tratder König mit der Frage an mich heran, ob ich meineigenes Concert nicht verschieben könne? der Hof möchtees besuchen, müsste aber an dem von mir gewähltenAbend eine Gala-Soiree beim französischen Gesandten mit-machen. Natürlich überliess ich dem König die Wahleines Abends, und er bestimmte den 10. October. Die
Moscheles' Leben. 6