im Hofzirkel, wird nochmals in einer Audienz empfangenund mit einem Brillantring beschenkt. Eine Nadel miteinem brillantenem E. auf grünem von Brillanten ein-gefassten Grunde (ein Geschenk des Prinzen von Leuchten-berg) wird noch mit Pietät bewahrt.
Nachdem er in Augsburg bei der Exkönigin Hortensegespielt, macht er einen Abstecher nach Holland. InAmsterdam giebt er vier Concerte, im Haag eins. Dortsah er zuerst die herrliche Nordsee und verzeichnete insein Tagebuch die gewaltigen Eindrücke, die ihm diesergrossartige Anblick erweckt. Dort war es auch, wo ersein G-moll-Concert in Angriff nahm und glücklich be-endete. Er sagt: „Da ich täglich [das melancholischeGlockengeläute des nahen Kirchthurms hörte, so war esnatürlich, dass ich die Moll-Tonart wählte und das ersteStück als Malinconia bezeichnete." Die erste Probe desConcerts.fand in der „Liebhaber-Gesellschaft" statt, undes gefiel; aber gewiss hat keiner der damals Anwesendendieser Composition das lange Leben prophezeiht, dem sie ent-gegenging, ohne dass der Autor selbst es zu hoffen wagte.
Es folgen als weitere Concertstationen Aachen, Frank-furt , Mainz und Coblenz. Ueberall wird musicirt undMusik gehört; Bekanntschaften mit Künstlern werdenangeknüpft und erneuert. Dann geht's in's belgischeLand hinein, nach Brüssel; „das ist die Vorbereitung fürParis, in Sprache und Sitte." Das musikalische Leben inBrüssel war damals ein sehr reges; Moscheies wurde freu-dig begrüsst und häufig zu Concerten herangezogen.
Am 29. December 1820 erreicht er endlich Paris undsteigt im Hotel de Bretagne ab. „Der Eindruck, durch dasGewoge von Menschen zu fahren, die die Strassen anfülltenund in den schimmernden Gewölben einkauften, wird mir un-vergesslich bleiben. Als ich am Morgen des 30. Decemberausging, wer trat mir entgegen? Freund Spohr. GuteVorbedeutung! Die Freude war beiderseits gross, wir ver-liessen uns lange nicht und schlenderten selbander überden Boulevard des Italiens. Später ging ich mit ihm in'sPalais royal, und am Abend in die italienische Oper, wo