sein Spiel Clementi'sch, seine Toccaten, Fugen und Giguenso solide, als kunstvoll und gründlich." Er und Zennerkommen oft zu ihm und sie spielen einander abwech-selnd vor.
Beim Besuche des nächsten grossen Concerts findeter den Concertsaal dem Leipziger in vielen Punkten nach-stehend; aber „auch der Inhalt war mager und die Aus-führung hatte die Abzehrung." „Ouvertüre von Humannanfängerisch, Arie gesungen von Löbl execrable, Fagott-Concert plump, aber gut geblasen von Humann, Symphoniein D von Mozart leidlich, Hr. Löbl wurde bei seinerzweiten Arie ausgelacht."
Es folgen nun im Tagebuche mehrere nicht strenghierher gehörige Notizen, aus denen folgende ausgehobenseien: „Goethe schreibt in der „neuen Melusine": „Ichwill nur gestehen, dass ich mir aus der Musik niemalshabe viel machen können." „Was ich natürlich nicht be-greifen kann", setzt Moscheies hinzu.
Ferner: „Einen Beweis für die GerechtigkeitsliebeHaydn's, von dem ich eben hörte, muss ich mir doch no-tiren. Haydn erfuhr, dass Beethoven sich missfällig über„die Schöpfung" geäussert habe. „Das ist unrecht vonihm," sagte Haydn, „was hat denn er geschrieben? Etwasein Septett? Aber freilich, das ist schön, ja herrlich!setzte er mit inniger Bewunderung hinzu, die Bitterkeitdes ihn treffenden Tadels vergessend."
Doch zurück zu den Dresdener Angelegenheiten. Siegingen nicht schnell vorwärts. Erst die Krankheit, dannallerlei Intriguen des Polledro, der selbst Concerte gebenwollte, ■ und dazu die Alles erschwerende Hofetiquette.„Endlich," sagt das Tagebuch, „fasste ich Fuss — neinHand; denn ich spielte und gefiel, erst beim österreichi-schen Gesandten Grafen Bombelies, dann beim Oberhof-meister Graf Piatti und beim Ober-Stallmeister Graf Vitz-thum und so kam es endlich dazu, dass ich am 20. De-cember mit entschiedenem Beifall bei Hof spielte. Esklingt barbarisch, dass die Herrschaften speisten und derHofstaat auf den Galerien zuhörte, während ich und das