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1 (1872)
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zubringen, indem er bis 2, auch bis 3 Uhr Morgens com-pönirt.Schon um 7 Uhr eröffnen englische Lectionendas Tagewerk und nie werden die Clavier-Exercitien ver-säumt, auch Violinstudien nehmen Zeit in Anspruch."Dabei ist er ewig unzufrieden mit seinen Leistungen.Heute wurde ich viel gelobt, besonders vom Grafen P.,der sich enthusiasmirte, aber ich war nicht mit mir zu-frieden." Und wieder:Die Gesellschaft war entzückt,aber ich nicht, es muss noch viel besser werden," undein ander Mal:Ich liess mich nicht zum Spielen bereden,denn ich hätte heute nichts Tüchtiges geleistet und immerbereue ich es hinterher, wenn ich ohne Lust spiele."

Am glücklichsten fühlte sich Moscheies in dem heite-ren ungezwungenen Künstlerkreise der Familie Lewinger inDornbach bei Wien. Dorthin kamen Salieri, Meyerbeer, Hum-mel und andere Freunde, dort wurdenan göttlich schönenAbenden Spaziergänge unternommen, später Tableaux ge-stellt oder allerlei Kindereien componirt und sogleich auf-geführt".

Um dieselbe Zeit tritt er in nähere Berührung mitBeethoven.Es ist mir der Antrag gemacht, den Ciavier-auszug des Meisterwerks Fidelio zu bearbeiten. Was kannerwünschter sein?"

Nun finden wir wiederholte Tagebuchnotizen, wie erzwei und wieder zwei Stücke zu Beethoven brachte, der siedurchsah; und dazu abwechselnd die Bemerkung:er än-derte wenig" oderer änderte nichts", auch wiederervereinfachte" oderer verstärkte."

Einmal heisst es:Als ich früh zu Beethoven kam,lag er noch im Bette; er war heute besonders lustig,sprang gleich heraus und stellte sich, so wie er war, an'sFenster, das auf die Schottenbastei ging, um die arrangir-ten Stücke durchzusehen. Natürlich versammelte sich dieliebe Strassenjugend unter dem Fenster, bis er ausrief:

Die verd.....n Jungen, was sie nur wollen?" Ich deutete

lächelnd auf ihn.Ja, ja, Sie haben recht", rief er jetztund warf rasch einen Schlafrock über.

Als wir an das grosse letzte DuettNamenlose Freude"

Moscheies' Leben. 2