Druckschrift 
Vorschläge der Stadt Düsseldorf zur kommunalen Neugliederung im Regierungsbezirk Düsseldorf
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen
 

Die örtliche Lage der älteren und größeren Düsseldorfer Industrien ist hauptsächlich be-stimmt worden durch die Eisenbahnen.

Bis zur Verstaatlichung durchzogen und umsponnen die Eisenbahnlinien dreier Privat-gesellschaften die Stadt: diejenigen der Bergisch-Märkischen Bahn, dann diejenigen der Köln-Mindener Bahn und schließlich diejenigen der Rheinischen Eisenbahngesellschaft.

Alle drei standen in keinem organischen Zusammenhang miteinander.

Ein Panrer von Eisen- Die privaten Eisenbahngesellschaften liefen sich begreiflicherweise den Rang ab in der

Fabrikenumspannt Akquisition industrieller Privatanschlüsse. Wie Magnete zogen sie an ihre Linien die industrielle

die Innenstadt Entwicklung heran. Aus dem Düsseldorfer Stadtplan kann man erkennen, wie die Lage der mit

Industrie bedeckten Flächen offensichtlich durch die Eisenbahnlinien beeinflußt worden ist.

So entstand allmählich, um die Innenstadt gelagert, ein Panzer von Eisenbahnsträngen undIndustrieflächen, der die Stadt von den Außenorten und den großen Erholungsstätten abschnürt.Das ist historisch erklärbar, aber städtebaulich sehr nachteilig.

Die allmähliche Entwirrung dieser unglücklichen Entwicklung wird Jahrzehnte erfordern.Gleichwohl muß sie erstrebt und beharrlich verfolgt werden.

Ist die örtliche Lage der Industrieflächen für die allgemeine Stadtentwicklung Düsseldorfs insbesondere die Wohnentwicklung ungünstig, so ist weiter noch die Frage zu unter-suchen: Wie kommen die eigenen Interessen der Industrie dabei zur Geltung?

Größe der Mit Industrie belegt sind im Stadtgebiet...................................... 841 ha

an Flächen, die als Industriegelände an sich geeignet wären, sind im Stadtgebiet noch

unbelegt............................................................... 440 ha

davon in Vennhausen....................................................... 120 ha

In dem Vennhauser Gebiet müßten jedoch noch erhebliche Verkehrsanlagen erst geschaffenwerden, so daß nach Abzug der hierfür benötigten Flächen als reine Industrieflächen nur 70 haan sich belegbar würden. Aber auch diese würden erst verfügbar, wenn der Neubau des Ver-schiebebahnhofes Eller durchgeführt ist, was noch Jahre dauern wird.

Die oben mit 440 ha angegebenen noch unbelegten Industrieerweiterungsflächen sind zum

Unbelegte Flächen größten Teil in festen Händen: Phönix bzw. Vereinigte Stahlwerke, Mannesmann, Hohen-

zum gr °J e ^ j^!^" zollern usw. Für Neuansiedlungen oder Umsiedlung ungünstig gelegener Werke kommen sie

nicht in Betracht. Der übrige Teil befindet sich durchweg in zersplittertem Kleinbesitz.

Im Laufe der letzten 15 Jahre und noch in neuester Zeit ist an die Stadt Düsseldorf von

einer Reihe großer und beachtlicher Industrieunternehmungen herangetreten worden behufs

Beschaffung großer Gelände, teils für neu hierher zu legende Werke, teils für in Düsseldorf

Unbefriedigte bereits vorhandene Werke, die aber in ihrer alten Lage keine genügende Ausdehnungsmög-

Nac ragenac }j c hk e ; t me hr hatten. Diese Verhandlungen sind regelmäßig gescheitert an der Unmöglich-

lndustnegelande ° ° ° ° °

keit, die angeforderten Gelände in passender Lage und mit den als Voraussetzung gefordertenVerkehrsanschlüssen (Eisenbahn und Wasser) bereitzustellen.

In dieser mangelhaften Befriedigung der Nachfrage nach Industriegelände drückt sich nichteine industriefeindhche Haltung der Stadtverwaltung aus, wie manchmal behauptet worden ist,sondern nur die einfache Tatsache, daß passendes Gelände in geeigneter Lage und mit guterAnschlußmöglichkeit im Düsseldorfer Stadtgebiet eben nicht vorhanden ist. Andernfalls hätte

16