Druckschrift 
2 (1805)
Entstehung
Seite
137
Einzelbild herunterladen
 

Von der Anwendung der Dec.=Rechnung. 137war, so hätte sie leicht in Vergessenheit kommen können,besonders weil jede Landschaft ein eigenes und ver-schiedenes Länge=Maaß hatte. Das bedachten nundie Gelehrten unter den Franken, denen wir dieseneue Einrichtung zu verdanken haben. Sie sannen auf ein Maaß, das nie vergessen werden könne, wenngleich eine Zeitlang kein Gebrauch mehr davon solltegemacht werden; auf ein Maaß, das sich in allenv Ländern durch Ausrechnung finden lasse, wenn gleichkein Muster davon vorhanden wäre. Nun wußten sie, daß man die Größe der Erde ausmessen kann,und daß diese Größe keiner Veränderung unterworfenist. Daher kamen sie auf den Einfall, einen gewis-sen Theil dieser Erdengrösse zum Hauptmaaßstab zumachen, und diesen Stab Meter, d. h. Ausmesserzu nennen. Es war aber nicht genug, einen ge- wissen Theil der Erdenlänge zum Maaßstab anzuneh-men. Man wollte, um die Rechenkunst zu erleich-tern, für den Meter einen Decimal=Bruch der Er-dengröße haben, d. h. einen solchen Theil, der ent-weder ⅛Ⅸ oder ⅛⅛⅜ oder ⁤⅛ⴾⴾ oder מדפפע u. s. w.davon wäre. Weil aber die Erde so groß ist, so hatman nur den vierten Theil der Erde, von der Mit-ntellinie an bis zur äussersten Erdspitze, die man Polnennt, ausgemessen, um davon entweder 1/10 oder1/166 oder 10/88 u. s. w. zu nehmen. Die Gelehrtenberechneten ein solches Erdviertel, zu 30794580 Schuh.Von diesem Längen=Maaße haben sie nach und nach1, 100, 1000 u. s. w. genommen, bis sie einMaaß gefunden haben, daß die Stelle des Stabesoder der Ehle kömmlich vertreten kann, oder unge-fähr so viel ausmacht, als der bisheriger Pariser Stab.Nun