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Reden bei dem religiösen Festakte auf dem Exerzierplatze zu Düsseldorf, gehalten von Herrn Divisionspfarrer Dr. Pörtner und Herrn stellvertr. Divisonpfarrer von Bracken am Sedantage 1. September 1895
Entstehung
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14nicht gutwillig, nicht lebend heraus. Was läßt den bärtigen Kriegerdes Denkmals im Aaper Walde fast trunken erscheinen? Die begeisterteFreude ist's, die Fahne, die er hoch schwingt in seiner Rechten, errafftzu haben. Wir sehen's ihm an, auch er wird eher sein Blut hin-strömen lassen, ehe er die Fahne seiner Faust entwinden läßt. Nureine einzige Fahne, die der 61er, haben die Franzosen 1870/71 erbeutet.Was sage ich:erbeutet? O nein! Nur mühelos, zufällig ge-funden, und wie gefunden? Blutdurchtränkt und zerschossen untereinem Haufen von Leichen. O diese tapferen, diese treuen Männer,deren Herzblut geflossen um ihre Fahne! Noch mit ihren starrenLeibern wollten sie es waren Offiziere und Füsiliere ihre Fahneschützen!Mein deutsches Volk, siehst du nicht? Deine Fahne, sie ist inGefahr! Feinde, furchtbare Feinde wollen sie dir rauben, wollen siein Stücke reißen, wollen sie durch den Koth der Gosse schleifen!Schau' doch, wie die Gier nach Geld und Gut und Genuß die himm-lische Sehnsucht erstickt. Die Sehnsucht nach der Ewigkeit, das istdeine Fahne! Schau' doch, wie dein Glaube wankt, wie er sichAberglaube, Dummheit schelten lassen muß, dein Glaube, der alleindich rein und edel im Schlamm der Gemeinheit, aufrecht erhält inmitten tosender Wellen der Trübsal. Dein Glaube, das ist deineFahne! Schau' doch, wie der Bruderhaß, lodernd entflammt, derHaß zwischen solchen, welche in dem heute gefeierten Kampf noch Arman Arm in Reih und Glied gestanden und gestritten. Die Fühlungunter ihnen geht immer mehr verloren, die Liebe erkaltet, welche sichselbst hineinlegte in die tiefste Kluft, sie zu überbrücken. Die Liebe,entzündet an Jesu Menschenliebe, das ist deine Fahne! O rette,rette deine Fahne!Ein Eisenbahnzug braust daher; da stößt er auf eine gebrocheneSchiene, und der Zugführer merkt an der heftigen Erschütterung, daßein Wagen entgleist sein muß. Er springt zur Bremse, doch vergeblich,und bald darauf zieht man den verstümmelten Körper des armen Zugführers unter den Trümmern hervor. Noch athmet er, und mit Mühebringt er die Worte hervor:Die Signale heraus für den nächstenStarkes, treues Herz! Hinter ihm, irgendwo auf den näm-Zug!lichen Schienen, war ein anderer Zug, das wußte er, der kam näherund immer näher heran, und er mit seinem zertrümmerten Wagenwar da als Hinderniß auf den Schienen. Darum:Heraus mit denSignalen! Es ist Gefahr da; der nächste Zug kommt! Das wardes sterbenden Führers letzter Befehl. Der nächste Zug so sage