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Reden bei dem religiösen Festakte auf dem Exerzierplatze zu Düsseldorf, gehalten von Herrn Divisionspfarrer Dr. Pörtner und Herrn stellvertr. Divisonpfarrer von Bracken am Sedantage 1. September 1895
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13Um Tapferkeit, Demuth und Treue willen hat Gott unser Volkerhöht, hat er ihm den Sieg verliehen, hat er das junge Reich festineinander gefügt und den Thron unsers Königs und Kaisers gegründetwie Fels im Meer.Doch auch aus einem granitnen Fundament kann man mit Hebel-kraft einen Stein nach dem andern lösen, auch einen Felsen kann manmit Hülfe von Dynamit fortsprengen. Dynamit mit furchtbarer Zer-störungsgewalt ist die Sünde.Die Sünde ist der Leute Verderben.Sie verwüstet Häuser, Städte, Länder. Sie hat die Weltreiche derPerser, Macedonier, Römer, sie hat das französische Kaiserreich inTrümmer geschlagen. Mag auch Napoleon in den Krieg gezogen seinmit den Worten:Gott wird uns beistehen, in seinem Munde warensie nur hohle Phrase, schon sein unsicheres Auftreten zeugte von bösemGewissen. Wie konnte der heilige Gott sein mit einem Volke, das sofrevles Spiel trieb, einen Krieg heraufzubeschwören aus gekränkterEitelkeitDie Sünde wird auch unser schönes Deutsches Reich zerstören unddie köstliche Ernte aus Blut= und Thränensaat vernichten, wenn wir siesich einbohren lassen in seine Eingeweide. Der Sünde innerstes Wesenist Abfall von Gott, das häusliche Sicheinrichten in dieser Welt unterVerzicht auf die jenseitige. Je tiefer der materielle Sinn einreißt, mitum so schnelleren Schritten naht das Verderben unserm Volk. Dasfleischlich=irdische Trachten kennt nicht Gott noch Vaterland, nicht Ge-wissen noch Ehre, noch Freiheit, obwohl es sich oft den Anschein giebt,dafür zu leben und zu sterben. Das sind ideale Güter, die werdenvon der Weltanschauung des bloßen Diesseits nicht begriffen. DerMaterialismus schlägt alles todt, was von idealem Gut seinen Anstoßerregt; sein Patriotismus erweist sich schließlich nur als Hurrah-patriotismus, dem die schönen Worte nicht, wohl aber die Thatenfehlen.Veteranen! Die Fahne ist noch immer Euer höchstes Heiligthumdas alte Soldatenherz glüht ja noch heute in Eurer Brust wie vor25 Jahren; Ihr würdet die Fahne vertheidigen bis zum letztenBlutstropfen, Ihr würdet sie mit Eurem Leibe decken! Seht aufjenem Bilde die Rosse dahinjagen in wilder Flucht, daß sie mit ihremBauch die Erde schlagen. Der Fahnenträger voran, es gilt die zer-fetzte Fahne retten. Hoch hält er sie über seinem Haupt. Doch geradeauf ihn ist's abgesehen. Einer der kühnsten Feinde packt ihn schon ander Kehle, um ihn vom Pferde zu reißen. Ein anderer schwingt schonden Säbel ganz nahe seinem Ohr. Doch der Held giebt die Fahne