- 21 —
Eine bestimmte Sehulmanier kann ich bei Lam-preoht nicht finden. An Wolfram von Eschenbacherinnert der bildliche Ausdruck nähgebüre S. 413. 2685,vgl. Parz. 1, 1; ferner ditze fliegende mcere S. 2225,verglichen mit Parz. 1, 15 diz fliegende bispel; auchdie Verse 3390 f. mit dem zehemden fluzze in demlüftenden duzze klingen an Wolfram an, Parz. 104, 5 f.mit krache gap der doner duz, brinnde zäher wassin guz. Es könnten ferner die genitivischen Um-schreibungen mit zil, frist u. a., sowie die als rhetori-sches Mittel verwante Verbindung von Präsens undPräteritum desselben Zeitworts (vgl. oben 12) in An-schlag kommen. Allein das sind Einzelheiten; von ent-wickelter Wolframscher Manier kann bei Lamprechtniemand sprechen. Je weniger er ein schöpferischerDichter war, je mindre Ansprüche sind an Eigenheitund Ursprünglichkeit seiner poetischen Sprache zumachen. Er hat aus den Gedichten seiner Zeit Versemachen gelernt, ausserdem sind der geistliche Karacterseiner Werke und seine bairische Heimat für die innereund äussere Erscheinung, die er macht, in die Wag-schale zu legen.
Lamprechts Verskunst.
Lamprechts Vers trägt durchaus den Karacter desdeutschen erzählenden Kurzverses aus der guten Zeitdes dreizehnten Jahrhunderts.
Die Senkung fehlt sehr häufig.
Nach der ersten Hebung habe ich fehlende Senkungin den 5049 erhaltenen Versen des Eranziscus 246 malbeobachtet, darunter 119 mal in Wortzusammensetzungenoder Worten mit längerem Suffix. Unter den 4312