22denn die Vernunft kann nichs als wirklicheWahrheit achten, wofür sie sich keine genug-thuende Gründe anzugeben weiß. Daher derunwiderstehliche Ekel und die Abneigung gegendie Heilsmittel sowohl, als gegen die Pflichtender Religion; denn unser Herz kann keineSache lieb gewinnen, von deren Güte undBrauchbarkeit es keine Kenntniß hat; daher diein unsern Tagen herrschend gewordene unver-antwortliche Gleichgültigkeit gegen die Religion.Ihr kennt jetzt die Ursachen der heutigenGleichgültigkeit gegen die Religion, sie sindVerdorbenheit des Herzens, und Unwissenheitdes Verstandes. Denn nur wirkliche Verdor-benheit des Herzens und Unwissenheit desVerstandes kann das menſchliche Gemuͤth gegendie Religion gleichgültig machen. Bosheitund Unwissenheit stellen die Religion untereine falsche Ansicht, unter welcher sie freylichweder liebenswürdig noch wohlthätig erschei-net; und die Folge dieser Täuschung ist Kälteund Gleichgültigkeit.Die Ursachen des Uebels wissen, ist derAnfang der Besserung; aber dazu gehört Ent-schlossenheit, daß wir die Mittel ergreifen undan-
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Achte Rede bey dem eilfhundertjährigen Jubelfeste des heiligen Bischofes Suitbertus, Apostels hiesiger Gegend und der benachbarten Länder : vorgetr. d. 13. des Monats Julius 1817 in der Pfarrkirche zu Kaiserswerth
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