143.ganze Ort hatte sich nämlich (um 1590) dem reformierten Bekenntnisse zu-gewendet, nur die Vikarie des h. Hubertus blieb dem katholischen Kultusinsofern erhalten, als deren Einkünfte im 17. Jahrhunderte der Kapuziner-Mission (capucinis deseroientibus) zu Hilden zugelegt wurden. Über alte Gefälledes Stifts Gerresheim zu Wülfrath vgl. Lacomblet, Archiv VI., S. 120, 140.**) Langenberg gehörte zur Herrschaft Hardenberg und gieng mit dieser1355 in den Besitz des Grafen von Berg über. Der Hof zu Langenberg warEigentum der Kirche und der Pfarrer infolge dessen Vorsitzender des Hofesgerichts(Zeitschrift d. B. G.=V. IX., S. 221 ff.). Die Gemeinde Langenberg giengnach 1560 allmählich zur Reformation über und schloß sich der reformiertenSynode an (allerdings noch nicht bei deren erster Zusammenkunft in Neviges1589). Die Lutheraner erbauten, da die Regierung in Düsseldorf ihre Genehmi-gung versagte, 1715 eine Kirche und Schule auf märkischem Grunde mit Unter-stützung des Königs von Preußen.55) Neviges war ein Hof der Herrn von Hardenberg, auf dessen Grundund Boden ein Dorf entstand, benannt nach dem durchfließenden BacheNavigisa oder Nevigisa, der sich mit dem Deilbach (der Thidela) vereinigtund mit diesem in die Ruhr geht (Zeitschr. des B. G.-V. VI., S. 37). DieHerrn (Dynasten) von Hardenberg führten ihren Namen von einem Schlosse,dessen Ruinen noch auf einem Berge bei Neviges zu sehen sind. Sie ver-kauften die Herrschaft, zu der auch noch ein Hof in Wülfrath und das Dorf Langen-berg gehörten, 1355 an den Grafen von Berg. (Die Herrn von Hardenberg,von Crecelius, in Zeitschr. d. B. G.=V. VIII., S. 193 ff., besonders S. 220 ff.,wo der Güterbesitz zur Zeit des Verkaufs im einzelnen angegeben ist). Späterwurde die Herrschaft vielfach verpfändet, seit dem Anfang des 16. Jahrh. andie Herrn von Bernsau, (vgl. Ludw. Bender, Geschichte der vormaligen HerrschaftHardenberg im Bergischen Langenberg 1879; mit meinen Nachträgen in derAnzeige dieser Schrift in Picks Monatsschrift VI., S. 299 ff.). Durch dieHerren von Bernsau wurde die Reformation frühzeitig in Neviges eingeführt.Bei der Bedeutung, welche das Geschlecht in dieser Beziehung nicht nur aufihre Herrschaft Hardenberg sondern auch in weiteren Kreisen ausübte, ist esvon Interesse, die Geschichte desselben näher zu verfolgen. Bertram (I.) vonGevertzhain gen. Lützenrode hatte 1491 dem Herzog Wilhelm von Jülich=Berg4000 rheinische Gulden geliehen, wofür die an den Grafen Sebastian von Sayn ver-pfändete Herrschaft Hardenberg abgelöst und dem ersteren als Pfandlehn übertragenwurde. Der Herzog belehnte darauf 1496 denselben Bertram mit Hardenbergals erblichem Besitz und mit allen weltlichen und geistlichen Rechten, nur unterVorbehalt seiner lehnsherrlichen Rechte. Als Bertrams gleichnamiger Sohn 1525kinderlos starb, fiel die Herrschaft an Wilhelm (II.) und Ludwig von Bernsau, welcheSöhne von Wilhelm (I.) von Bernsau und Bertrams I. v. Gevertzhain TochterMargarethe gewesen sein sollen. Die Genannten suchten bei Herzog Johann vonJülich=Cleve=Berg um Belehnung nach, erlangten dieselbe aber zunächst nicht; esheißt in einem späteren Lehnbrief von 1551, daß Herzog Johann „noch da innenbedencken und beswernus gehadt, dweill es by zyden gedachter eheluyde Bertramsvon Lutzenrod und Margriet Spoeren zu einem nuwen Lehen gegeben undgeine erben van iren leiben geschaffen furhanden“. Hiernach binich in Zweifel ob die angenommene Abstammung der beiden Brüder von
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Zwei geographische Beschreibungen des Herzogtums Berg aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts
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