142**) Zu Remscheid (1217 Remissgeid, 1251 Remescheit, um 1312 Rymschyt,1363 Reymscheyt,) im späteren Amte Bornefeld besaß Graf Engelbert I. von Bergeinen Frohnhof nebst dem Patronate über die Pfarrkirche am Orte; letzteresschenkte er (laut einer undatierten, wahrscheinlich um 1182 ausgestellten Urkunde)dem von ihm gestifteten Johanniter=Ordenshause zur Burg mit dem Pfarrhofeund einem Drittel des Zehnten, wogegen der erstere, die curia, derselbenKorporation für eine ihr zugesicherte und in den nächsten Jahrzehnten, wie ausder Bestätigungsurkunde des Grafen Adolf III. von Berg hervorzugehen scheint,flüssig gemachte Jahresrente von 6 Mark zu Unterpfand gestellt wurde.(S. Lacomblet, Urkundenb. II. 66). An Beides, den Frohnhof und die Pfarrkirche,knüpfte sich die weitere äußere Entwickelung der Villa oder des Dorfes: 1251erhielt der villicus oder Schultheiß des Hofes den Pfarrhof vom Provisor desOrdenshauses zur Burg in Erbpacht, 1351 erwarb die Commende den HofStachelhausen (Stackelhusen) zu Remscheid hinzu. Die Pfarrkirche, welche demOrden inkorporiert war und demgemäß vom Comthur zu Herrenstrunden biszur Reformation stets an einen Priester desselben vergeben wurde, hatte (nachI. A. v. Recklinghausen, Ref. Gesch. II, S. 550) in Ambrosius Fasbenderbereits 1548 einen lutherischen Pastor. Über die Eisenindustrie Remscheidss. v. Mülmann, Statistik des Reg.-Bez. Düsseldorf, I. S. 445. Alph. Thun,die Industrie am Niederrhein, II. S. 109—160 in Bd. II. Heft III. der„Staats= und sozialwissenschaftl. Forschungen“ herausg. von G. Schmoller.**) Kronenberg oder Cronenberg, früher Krönberg d. i. Krähenberg(Zeitschr. des B. G.-V. X. S. 166 Note 4), gehörte ursprünglich zum Hofund der Burg Elberfeld. Es hatte eine Kapelle, die von der Kirche in Elber-feld abhängig war und vom Vicarius des Katharina=Altars mit Gottesdienstversehen wurde. Zu diesem Zwecke hatte Lubbert von Galen 1428 seinen Hofin der Steinbeck diesem Altare vermacht. (Die Urk. ist abgedruckt Zeitschr. desB. G.=V. I. S. 254 ff.). Nach der Reformation wurde aus der Vicarie desKatharina=Altares eine eigene Pfarrstelle für Kronenberg. Doch blieb dasVermögen beiden Kirchen gemeinsam und der Pfarrer zu Kronenberg hattejeden Freitag eine Predigt in Elberfeld zu halten. Das Gut in der Steinbeckwurde 1808 (1809) verkauft, 1825 endlich die völlige Loslösung Kronenbergsvon Elberfeld herbeigeführt, indem die letztere Gemeinde 13 000 Rthlr. anerstere zahlte. Chronik der Bürgermeisterei Kronenberg, herausgegeben vonJ. Holtmanns, A. Herold und C. Cassel. Remscheid 1877.**) Wülfrath (Wolverothe im 12. Jahrh., s. Lacomblet, Urk.-Buch I.,457), im Amte Mettmann, gehörte mit seinen zwei Honnschaften Putbeck undErbeck (Erbach) zum Landgerichte Mettmann (Erkundigung von 1555, in Lac.Archiv I., S. 295). Den halben Zehnten (c. 110 Malter Getreidefrucht anRoggen, Gerste und Hafer) des im 14. Jahrhunderte bereits mehrfach genanntenKirchspiels überwies Herzog Wilhelm I. von Berg mit Genehmigung ErzbischofsFriedrich III. von Köln dem Kollegiatstifte zu Düsseldorf bei dessen erweiterterDotation 1392 (Lac. U.=B. III., 971); mit der andern Hälfte desselben Zehntenward Dietrich von Limburg, Herr zu Broich, 1413 vom Herzoge Adolf vonJülich=Berg belehnt (Lac. a. a. O. IV., 74). Kollatoren der Pfarrkirche warendie Inhaber des Hauses Linnep bei Mintard, bis das Recht aus der Hand desGrafen zu Beütheim von der reformierten Gemeinde erworben wurde. Der
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Zwei geographische Beschreibungen des Herzogtums Berg aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts
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