140„Burg“ bei, welcher auch auf die daneben entstandene Freiheit übergieng. Schongegen Ende des 12. Jahrh. hatte Graf Engelbert I. von Berg die ursprünglichdem h. Pankratius gewidmete Burgkapelle mit Gärten und Gefällen zu Remscheid,Dürscheid u. s. w., dem Patronat zu Remscheid und der Tischgenossenschaft imSchlosse dem Johanniter=Orden überwiesen, was der Sohn Adolf, im Begriffden Kreuzzug anzutreten, 1217 bestätigte (Lacomblet, Urkundenb. II. 66).Später erbaute sich der Orden eine eigene Kirche (ecclesia s. Johannis) daselbst,so daß 1280 diese und die Schloßkapelle zum h. Pankratius nebeneinandererwähnt werden (Lac. a. a. O. II. 740). Zuerst Sitz eines eigenen Comthurs,dann der Commende Herrenstrunden als Membrum untergeordnet, blieb dasOrdenshaus daselbst, lange Zeit die Wohnung zweier Priester, zuletzt abernur noch des Vicekuratus als Vertreters und Verwalters des Comthurs, nebstder zugleich als Pfarrkirche dienenden Ordenskirche bis zur Säkularisation Eigen-tum des Ordens. Die Reformation fand am Orte, der sich früh durch seineprivilegierte Wollenindustrie (die Burger Zunft für Tuch=Decken= und Wollen-weberei) auszeichnete, ungeachtet fortgesetzten Widerstandes von Seiten desOrdens, zwischen 1550 und 1570 Eingang, so daß daselbst eine evangelischePfarrkirche besteht, welche 1732—35 neu erbaut und 1786 mit Thurm und Geläuteversehen wurde. Die jetzige katholische Pfarrkirche ist dem h. Martin geweiht.Das Schloß, auf welchem noch im 14. und selbst bis in's 16. Jahrhundert dieLandesherrn vorübergehend residierten, diente in den letzten Jahrhundertenausschließlich dem Kellner und Richter und andern Beamten zur Wohnung.Hückeswagen, der Hauport des seit 1555 kombinierten Amtes Bornefeld-Hückeswagen, ist aus und um einen altfränkischen Salhof entstanden, dessenbefestigtes Schloß bis 1260 der Sitz eines mit den Edlen Herrn von Harden-burg, Rennenberg u. a. m. stammverwandten Dynastengeschlechts war. (Vgl.W. Harleß, Ein Kapitel von den Edlen Herren und Grafen von Hückeswagen,in der „Festgabe“ für Wilh. Crecelius, Elberf. 1881, S. 159—169). Nachdemim genannten Jahre Schloß, Freiheit und Kirchspiel Hückeswagen im Wegedes Verkaufs auf die Gräfin Margaretha von Berg, Witwe des 1259 gestorbenenGrafen Adolfs IV. und Schwester des Erzbischofs Konrad von Köln aus demHause Are=Hostaden, übergegangen, wurde die Herrschaft, insbesondere dasKirchspiel mit seinen vier Honnschaften, der Großen Honnschaft, der Lühdorfer,Herdingsfelder und Berghauser Honnschaft, dem Bergischen Territorium einver-leibt und verblieb als Amt Hückeswagen bei demselben ungeachtet fortgesetzterVerpfändungen an die adlichen Amtmänner (die Ovelacker, von Limburg zuHardenberg, von Zweiffel, von Nesselrode, von Plettenberg, Quade) im 15. und16. Jahrhundert. Auch die Verleihung Hückeswagens mit Zubehör als einerBergischen lehnbaren Unterherrschaft an den Grafen Adam von Schwarzenberg(1631) vermochte dieselbe nur zeitweilig (thatsächlich bis zur Occupation durchTruppen des Pfalzgrafen Philipp Wilhelm im November 1653 und rechtlichbis zum Vergleiche vom 14. Oktober 1675) dem übrigen Bergischen Lande zuentfremden. Das Kirchspiel, woselbst im 18. Jahrhunderte 25 Reckhämmer,6 Walkmühlen und 1 Ölmühle im Betrieb waren, zeichnete sich früh durchseinen Gewerbfleiß aus. Seine Pfarrkirche (Filiale wahrscheinlich von Wermels-kirchen), bei welcher zwei Vikarien, B. M. V. und St. Antonii bestanden, istin der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts entweder durch den Pfarrer Joachim
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Zwei geographische Beschreibungen des Herzogtums Berg aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts
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