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Zwei geographische Beschreibungen des Herzogtums Berg aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts
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138von Herzog Gerhard v. Jülich=Berg ein Bestätigungsbrief (gedruckt Zeitschr.d. B. G.=V. VI., S. 86 f.) erteilt wurde und dessen völlige Aufhebung erst1834 erfolgt ist. Über die Stiftung eines Devotessenkonvents am Orte, imJahre 1355, vgl. a. a. O. VI., S. 80 f.**) Das Kloster Siegburg wurde 1064 vom Erzbischof Anno v. Kölngegründet und mit bedeutenden Gerechtsamen durch K. Heinrich IV. 1069 und1071 ausgestattet, wie dem Markt=, Zoll= und Münzrecht, sowie der Straf-gerichtsbarkeit auf seinen Besitzungen und in den um den Berg herumliegendenDörfern. Die Schirmvogtei über das Stift war seit dem 3. Vogt, Graf Adolfv. Berg, mit kurzer Unterbrechung im 13. Jahrh. in den Händen des bergischenRegentenhauses. Am Fuß des Berges, auf dem die Abtei lag, entstand eineallmählich zu bedeutendem Wohlstand heranwachsende Stadt, welche durchHandel und Industrie sich hervorthat. Am ausgedehntesten war die Tuch= undSteingut = Fabrikation (die Töpfer hatten im 16. Jahrh. etwa 100 Öfen, indenen weithin gesuchte Krüge mit Reliefbildern gebrannt wurden), sowie derWeinhandel. Der dreißigjährige Krieg vernichtete die Blüte der Stadt.J. B. Dornbusch, Beitrag zur Verfassungsgeschichte der Vogtei und StadtSiegburg unter den reichsunmittelbaren Abten im XV., XVI. und XVII. Jahrh.,mit besonderer Berücksichtigung der Kulturgeschichte, in Annalen des hist.Vereins f. d. Niederrhein, Heft 23, S. 60143. Derselbe, Aus demLeben und Treiben einer alten Siegstadt im 15., 16. und 17. Jahrh., in den-selben Anualen, Heft 30, S. 82 150.**) Sieg, vor 1100 Siga Sigina Sigena, also ist die Kürze des iursprünglich.**) Aulgasse d. i. Topfgasse, schon althochdeutsch kommt üla Topf vor,welches in frühester Zeit aus dem lateinischen olla entlehnt ist. Noch heutekennt die Volkssprache in der Grafschaft Mark (die) üle und ülendüppen, inElberfeld (die) üll. Der Töpfer ist Ulner, Eulner, Euler, Aulner, diejetzt meist als Familiennamen vorkommen; doch werden z. B. in Marburgauch jetzt die Töpfer ganz allgemein Euler genannt. Über das Handwerk inSiegburg handelt I. B. Dornbusch: Die Kunstgilde der Töpfer in der abtei-lichen Stadt Siegburg und ihre Fabrikate (Annalen des histor. Vereins f. d.Niederrhein, Heft 25 S. 1 ff.46) Ein Verzeichnis derselben veröffentlichte Dr. F. B. Dornbusch: Äbte,Pröbste und Mönche der Abtei Siegburg (1156 bis 1171) in Annalen deshistor. Vereins f. d. Niederrhein, Heft 30, S. 7582.41) Blankenberg, nach welchem die gleichnamige, 1363 für Berg erworbeneHerrschaft, das nachmalige Amt, den Namen führte, ist als Freiheit um dasvon den Grafen Heinrich und Eberhard von Siegen gegen 1182 erbauteSch loß entstanden und hat von Ersterem und dessen Gemahlin Mechthildis am29. September 1245 städtische Privilegien empfangen, welche Herzog Gerhardvon Jülich=Berg unter dem 13. Dezember 1450 bestätigte. Vgl. B. Endrulat,Niederrhein. Städtesiegel, S. 3. Die Pfarrkirche der h. Katharina daselbstwar landesherrlichen Patronats, ebenso die Kapelle des h. Georg auf demSchlosse. Mit der Altar=Vikarie der h. Katharina in letzterer ward nach langerVakanz der bekannte herzogliche Sekretär Gerhard von Jülich am 16. März 1567bepfründet.