137die inzwischen zur Reformation übergetretene Gemeinde auch in Bezug aufihr Vermögen ſelbſtändig.W. H. Alfred Hengstenberg, Geschichte der reformierten oder größernevangelischen Gemeinde zu Solingen und ihrer Besitzungen. Solingen 1847.Derselbe, Reformations= und Kampfgeschichte von Solingen, Wald und Gräfrath.Solingen 1857. — Crecelius, zur Reformationsgeschichte von Solingen,Zeitschr. d. B. G.-V. VII., S. 186 ff. S. auch „Vergleich zwischen den Pfarr-genossen von Solingen und der Abtei Altenberg im J. 1546“ in Zeitschr. d.B. G.=V. VI., S. 186 ff.) Eine römisch=katholische Gemeinde hatte sich während des 30-jährigen Krieges gebildet, indem Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm 1627 eineJesuiten=Mission einrichtete. Die Kirche wurde 1701 gebaut.**) Die lutherische Gemeinde bildete sich seit 1665.**) Gerresheim erhielt Stadtrechte vom Grafen Wilhelm von Bergdurch Urkunde vom 5. März 1368 (abgedruckt Zeitschr. d. B. G.-V. VI., S.81 ff.). Da die neue Stadt sich alsbald mit Mauer und Graben befestigteund hierbei das Gebiet des Stifts berührte, so wurde zwischen beiden einVertrag darüber abgeschlossen (abgedruckt a. a. O. S. 84).Gerresheim (Gericheshêm d. i. Wohnort des Gerich) gehörte einemFranken von Adel Namens Gerich und wurde von diesem um 870 zurStiftung eines Klosters geschenkt, an dessen Spitze seine Tochter Regenbiergtrat. Außer Gerresheim selbst gehörten Weingüter zu Linz, Patronat undZehnten zu Meiderich, Sonnborn und Mintard und ein Teil des Zehntens zuPier dazu. Als die Ungarn 922 Gerresheim verbrannten, flüchtete die ÄbtissinLantswint mit ihren Klosterschwestern nach Köln und erhielt von ErzbischofHermann I. das damals leer stehende Kloster zu den h. 11 000 Jungfrauenals Wohnsitz. Zwar wurde später (um 970) Kirche und Kloster zu Gerresheimwieder aufgebaut und von neuem mit Jungfrauen besetzt, allein das Klosterin Köln blieb doch das Mutterkloster, von dem Gerresheim abhängig war.Wahrscheinlich hatten beide auch die Äbtissin gemeinsam (als solche kommenvor Heizzecha 1106 und Benedicta um 1220, welche in einem Verzeichnis derEinkünfte und Gefälle des Kölner Stiftes zugleich die Besitzungen von Gerresheimmit aufführt). Bald nachher muß wieder die vollständige Lostrennung vonGerresheim stattgefunden haben. War die Ordensregel von Anfang an in beidenStiften keine sehr strenge gewesen, so wurde sie seit dem Ende des 12. Jahrh.noch laxer und beide Klöster zu frei=adelichen Damenstiften. Das Stift der h.Jungfrauen in Köln wurde 1802, Gerresheim durch Napoleon am 22. März1806 aufgehoben. S. J. H. Kessel, der selige Gerich, Stifter der AbteiGerresheim, Düsseldorf 1877. Dr. Cardauns, Rhein. Urkk. des X.—XII. Jahrh.in den Annalen des hist. Ver. f. d. Niederrhein, XXVI., S. 334 ff. Pfarrer A.G. Stein: Das Kloster und spätere adeliche Damenstift an der Kirche derheiligen 11 000 Jungfrauen zu Köln in Annalen d. histor. Vereins f. d.Niederrhein, Heft XXXI, S. 45 ff. — E. v. Schaumburg, Zur Geschichte desStifts Gerresheim in Zeitschr. d. B. G.=V. XV., S. 29 ff. — W. Harleß,Urkk. der Stadt und des Stifts Gerresheim, das. VI., S. 77 ff. — Außer demfrei=adelichen Damenstift war in Gerresheim auch ein Konvent der 3. RegelOrdens S. Francisci, St. Katharinenberg genannt, welchem am 28. März 1466
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Zwei geographische Beschreibungen des Herzogtums Berg aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts
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