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Zwei geographische Beschreibungen des Herzogtums Berg aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts
Entstehung
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135an, wodurch dem Orte Stadtrecht verliehen worden sei. Freilich war dasPrivilegium nur auf 12 Jahre verwilligt und in der Urkunde selbst wirdElberfeld überall Freiheit genannt. Allein man muß es gleich damals auchvon Seiten der Landesherrschaft so angesehen haben, als ob Elberfeld dadurchStadt geworden sei. Denn in der von Wolfgang Wilhelm 1623 ausgestelltenUrkunde, welche das Pripilegium auf weitere 12 Jahre ausdehnte, wird Elber-feld als Stadt bezeichnet. Beide Urkunden nebst einer späteren von 1647 folgenim Anhang. Über die ältere Geschichte Elberfelds vgl. W. Harleß in Zeitschr.d. B. G.=V. I., S. 226252.26) Dies Privilegium, wofür 5000 Rthlr. erlegt werden mußten, ist vomJahr 1700. Es folgt im Anhang.**) Die alte katholische Kirche, die wol noch am Schluß des 13. Jahrh.gebaut war, gieng mit dem Kirchenvermögen in den Besitz der reformiertenGemeinde über und verblieb dieser, welche dieselbe im Normaljahr 1624 inne-gehabt hatte. Vgl. Crecelius Urkundliches über die Kirche zu Elberfeld imJahrh. nach der Reformation (Zeitschr. d. B. G.=V. X., S. 161 ff.). Der-selbe, die kirchlichen Verhältnisse in der Freiheit Elberfeld vor der Reformation(Zeitschr. d. B. G.=V. I., S. 252 ff.). Bouterwek, die Reformation imWupperthal und Peter Lo's Anteil an derselben (Zeitschr. d. B. G.=V. IV.,S. 273336). Das Kirchgebäude brannte am 22. Mai 1687 ab bis auf denChor (die s. g. Gerkammer), den man beim Neubau (der Grundstein wurde am6. April 1688 gelegt, der Gottesdienst am 22. Dez. 1690 eröffnet) stehen ließ.22) Das im Jahre 1676 erbaute Armenhaus der reformierten Ge-meinde blieb beim Brande 1687 verschont. Noch heute stehen über dem Thoredes unverändert erhaltenen Gebäudes die lat. Distichen des Rektors der Latein-schule, Hermann Crusius. S. Bouterwek Gesch. d. Lateinischen Schule zu Elber-feld 2c., S. 70 f.**) Pfalzgr. Philipp Wilhelm ordnete 1658 eine Jesuiten=Mission für diewenigen römisch=katholischen Familien in Elberfeld an. Der Grundsteinzu einer Kirche wurde erst 1729 (23. Sept.) gelegt.Die Lutherischen in Elberfeld erhielten zuerst 1694 die Erlaubnis,eine Schule zu halten, 10. Febr. 1695 wurde ihnen auch die Religionsübung,freilich in beschränktem Maße, erteilt und der erste Pfarrer (Trippler) erwählt.1696 begann man mit dem Bau einer Kirche, welche 1699 vollendet wurde.(K. Pöls, die lutherische Genieinde zu Elberfeld. Elberfeld 1868).26) Schon 1527 erteilte Herzog Johann von Jülich, Cleve und Berg derFreiheit Elberfeld und den Barmen das Privilegium, wonach hier allein inallen ihm untergebenen Landen für den Handel Garn gebleicht werden durfte.Später dehnte sich die Industrie auch auf das Weben von leinenem Band (Lint)aus. Vgl. über die Garnnahrung, d. i. die Zunft der Bleicher, Zeitschr. d.B. G.=V. XVI., S. 73132 und XVII., S. 1182.In den Barmer Steuerlisten von 1720 und 1725 werden 3 Finger-hutfabrikanten erwähnt, von denen Albert Acker seine Fabrik am Mühlengrabenbeim alten Markt hatte.*) Die Reformierten in Oberbarmen hielten sich seit der Reformationzur Gemeinde in Elberfeld, in welche Unterbarmen eingepfarrt war, seit14. Nov. 1655 gehörten sie zur neugegründeten reformierten Gemeinde in