134aus den zwölf Schöffen vom Landesherrn zu erwählenden Richters ward derBürgerschaft durch Urkunde des letztgedachten Grafen vom 1. März 1347gesichert (a. a. O. S. 281—82). Die Bergische Münzstätte, welche durchPrivilegium Königs Rudolf I. vom 26. März 1275 (Lacomblet a. a. O. II. 665)nach Wipperfürth verlegt worden, ist der Stadt zwar bereits am 9. Dezember1279 durch Schiedsspruch der beiden obersten Würdenträger des Kölner Dom-kapitels, laut welchem Graf Adolf V. von Berg auf eigene Münzprägunggegenüber Erzbischof Siegfried von Köln zu Gunsten des Kölnischen Münzkursesund gegen eine jährliche Rente aus der erzstiftischen Münze zu verzichten hatte,rechtlich wieder entzogen worden, verblieb derselben thatsächlich aber noch bisins 14. Jahrhundert, wie das Privilegium Kaisers Ludwig des Bayern vom27. Juli 1328, daß der Graf von Berg in seiner Münze zu Wipperfürthhinfort auch silberne Tournosen prägen lassen dürfe, beweist. (Lac. a. a. O. III.234). Das Kirchspiel Wipperfürth, zu welchem die Honnschaften Scharde, Eichholz,Delweg, Flosbach, Lüttgenau, Biesenbach, Bovenholz, Bever und 111 vereinzelteGehöfte zählten und dessen Pfarrkirche durch Erzbischof Konrad von Köln 1254dem Kapitel von St. Aposteln daselbst inkorporiert worden war (Lac. a. a. O.II. 402), bildete schon seit Mitte des 14. Jahrhunderts (vgl. Lacomblet, ArchivIV, S. 148) einen Bestandteil des Amtes Steinbach (Steynbech). Im Jahre1802 gab es 487 katholische Familien im Kirchspiel mit 2973 Seelen (Th. J.J. Lenzen, Beiträge zur Statistik des Herzogtums Berg, S. 70), sowie einekleine lutherische Gemeinde. Über das durch den Wipperfürther Bürger GerhardPlumph mit Urkunde vom 30. Juni 1281 am Orte gestiftete Johanniter-Ordenshaus (Kapelle) fehlen die weiteren Nachrichten (vgl. Lac. a. a. O. II. 752).17) Rade, Rade vorm Walde, in der Rentverschreibung des GrafenWilhelm von Berg für den Kölner Patrizier Ritter Johan vamme Hirtze(de Cervo) vom 6. September 1363 (Lac. Archiv IV., 148) unter den Städtender Grafschaft Berg aufgeführt — eine Urkunde über die Erhebung des Orteszur Stadt ist nicht mehr vorhanden — und in den Jahren 1376, 1400 und1597 mit landesherrlichen Privilegienbriefen ausgestattet, gehörte mit denBauerschaften Borbeck und Oenkfeld und der Niederbauerschaft zum AmteBeyenburg. In den Jahren 1541 und 1571 ward die Stadt von großenFeuersbrünsten, zwischen 1622 und 1645 durch Kriegsdrangsale heimgesuchtNäheres über dieselbe bei J. H. Becker, Geschichte der Stadt Rade vorm Wald,Köln und Neuß, 1864. (212 SS.)18)) In Rade vorm Wald war der Hauptteil der Gemeinde zur refor-mierten Konfession übergetreten, dagegen war die von Rade ursprünglichabhängige Filialkirche zu Remlingrade lutherisch geworden, und die Lutherischenin Rade hielten sich zu der letzteren bis sie 1707 die Bewilligung zur Erbauungeiner eigenen Kirche erhielten, zu welcher am 1. Juni der Grundstein gelegtwurde. Vgl. Zeitschr. d. B. G.=V. XIV., S. 13 ff.Im Jahr 1610 erteilten Markgraf Ernst von Brandenburg und Pfalz-graf Wolfgang Wilhelm als Bevollmächtigte (Gewalthaber) der Erben desalten Herzogshauses (Brandenburg und Pfalz=Neuburg) dem Rat der FreiheitElberfeld ein Privilegium zur Erhebung von Weg= und Standgeld, wie es dieandern Bergischen Unterstädte besaßen, um aus dem Ertrag die Befestigungdes Ortes herzustellen. Die darüber ausgestellte Urkunde sieht man als diejenige
Druckschrift
Zwei geographische Beschreibungen des Herzogtums Berg aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts
Seite
134
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten