Druckschrift 
Zwei geographische Beschreibungen des Herzogtums Berg aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts
Entstehung
Seite
133
Einzelbild herunterladen
 

133**) Benrath (Benrode) ursprünglich Schloß einer sich danach benennendenFamilie mit dem doppeltgezinnten horizontalen Balken im Wappen, welchendie alten Bergischen Vasallen allgemein führten. Seit dem 13. Jahrh. kames in den unmittelbaren Besitz der Grafen von Berg. Neben dem alten Bauließ die Gemahlin des Pfalzgrafen und Herzogs Philipp Wilhelm, ElisabethAmalie Magdalena, 16631667 einen Neubau aufführen. An dessen Stellewurde auf Befehl Karl Theodors seit 1755 ein neues Schloß erbaut, das zumWitwensitz von dessen Gemahlin bestimmt war. Vgl. Notar Strauven, historischeNachrichten über Benrath (in Zeitschr. d. B. G.=V. X., S. 49 ff.). Das Dorfbei dem Schloß hieß ursprünglich Rode by Benrode.19) Bensberg, vor dem 15. Jahrh. Bansbure und Bensbure, im DeutzerGau in dem Königsforst angelegt (daher wol Wohnung bur, gebur imForstbann genannt), seit der Mitte des 14. Jahrh. Mittelpunkt des gleich-namigen Amtes. Statt des alten Jagdschlosses ließ Kurfürst Johann Wilhelmeinen prächtigeren Bau aufführen. W. Harleß, Schloß Bensberg (in Annalendes histor. Vereins f. d. Niederrhein, Heft 25, S. 188 ff.).14) Hambach ist ein altes Schloß der Grafen und Herzoge von Jülich,dessen einstige Bedeutung die etwa ¾ Meilen süd=östlich von der Stadt Jülichnahe beim Pfarrdorfe gleiches Namens in der Ebene am Waldesrande gelegeneRuine (jetzt zum Teile als Privat=Ökonomiegebäude dienend) noch heuteerkennen läßt. Der Bezirk des von den Landesfürsten bis zu Anfang des 18.Jahrhunderts oft und gern, namentlich in der Jagdzeit, zur Residenz gewähltenSchlosses bildete eine besondere Kellnerei, der die Pfarrorte Hambach, Nieder-zier, Morschenich, Oberzier und Selgersdorf, sowie Ellen (bekanntlich Sitz einesPrämonstratenser = Nonnenklosters) zugeteilt waren. Als Kellner zu Hambachfungierten nicht selten Adliche: so durch Ernennung Herzogs Johann III. vonJülich=Cleve=Berg vom 28. Oktober 1522 Werner von Kirberg, zugleich Amt-mann von Jülich; 1578 wurde Johann von Scheidt gt. Weschpfennig von HerzogWilhelm III. zumBewohner des Schlosses und der Kellnerei Hambachbestellt, als welcher er die Pflicht hatte, die Baulichkeiten und alles Hausgerät,den Tier= und Lustgarten u. s. w. daselbst zu beaufsichtigen. Daß dieJülichschen Landtage sehr oft bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts inHambach abgehalten wurden, ist bekannt.1) Ratingen, im 11. und 12. Jahrh. der Sitz eines nach ihm sichnennenden Dynastengeschlechtes und Hauptort im spätern Amt Angermund,wurde von Graf Adolf V. von Berg am 11. Dezember 1276 zur Stadterhoben, vgl. J. H. Kessel, Gesch. der Stadt Ratingen, 2. Bd. (Urkundenbuch),S. 1113. Die Pfarrkirche daselbst war der Kölner Domprobstei seit 1165inkorporiert (Kessel a. a. O., S. 6 f.).**) Wipperfürth ist die älteste Bergische Stadt, indem sie laut Urkundevon 1222 (Lacomblet, Urkundenb. II., 107) die Verleihung städtischer Rechteschon dem Grafen Adolf III. von Berg ( 1218) und dessen Bruder ErzbischofEngelbert I. von Köln als Regenten der Grafschaft zu verdanken hatte. HerzogHeinrich von Limburg als Graf von Berg und dessen Sohn Adolf IV.bestätigten, laut Urkunde Adolfs V. vom 25. Januar 1282 die Privilegiender Stadt, desgl. Adolf VI. am 8. August 1340 (s. v. Ledebur, allg. Archivfür Gesch. des Preuß. Staats, IX., S. 275 ff.). Die Bestellung eines jährlich